Montag, 17. Juli 2017

Szczygielski, Marcin: Hinter der blauen Tür - Hörbuch


Wenn Lukasz im richtigen Rhythmus an die blaue Tür in der alten Pension seiner Tante klopft, tut sich ein faszinierendes silbriges Universum vor ihm auf: eine harmonische Welt, die von sonderbaren Schlangenvögeln und einem Schneider mit magischen Kräften beseelt wird. Doch als Lukasz ein Silberfädchen mit in seine Welt nimmt, geschieht das Schreckliche: Seine Tante verwandelt sich in ein spinnenartiges Monster. Um sie zu retten, muss der Junge in die Silberwelt zurück und das Böse besiegen.
 

Die psychologisch fein ausgearbeitete und spannende Abenteuergeschichte des vielfach ausgezeichneten Autors Marcin Szczygielski spielt gekonnt mit Fantasy-, Thriller- und Science-Fiction-Elementen. Sie bietet einen düsteren und literarisch anspruchsvollen Mix aus Harry Potter, Alice im Wunderland und Shining.

(Klappentext Argon Verlag)

  • Audio CD
  • Spieldauer: 6 Stunden und 38 Minuten (ungekürzte Ausgabe)
  • Verlag: Argon Sauerländer Audio; Auflage: 1 (25. Mai 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Thomas Weiler
  • ISBN-10: 3839847214
  • ISBN-13: 978-3839847213
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
  • Originaltitel: Za Niebieskimi Drzwiami
  • Sprecher: Jens Wawrczeck
















MAL EIN GANZ ANDERES JUGENDBUCH...



Von einer Sekunde auf die andere steht die Welt von Lukasz Kopf: Ein Autounfall, der ihn und seine Mutter statt in den Urlaub auf direktem Weg ins Krankenhaus bringt. Doch während Lukasz' Bein allmählich so weit heilt, dass an eine Entlassung zu denken ist, will seine Mama einfach nicht aufwachen. Wochenlang liegt sie schon im Koma, und niemand kann sagen, wann sie wieder die Augen aufschlagen wird - und ob überhaupt. Doch wohin mit Lukasz nach dem Krankenhaus? Seinen Papa hat er nie gesehen, Mama scheint keine Familie zu haben - also was? Eine alte Nachbarin erbarmt sich seiner und nimmt den Jungen mit seinem schmerzenden Knie erst einmal zu sich. Aber arm wie sie ist, ist es ausgeschlossen, dass sie das über eine längere Zeit bewerkstelligen kann. Also muss Lukasz vielleicht ein Heim?

Doch auf einmal taucht da eine Frau auf und behauptet, sie sei seine Tante. Und weil niemand dagegen Einspruch erhebt, nimmt die Fremde Lukasz kurzerhand gleich mit - weg aus Warschau und von allem was er kennt. Ehe der Junge sich versieht, landet er in ihrer kleinen und ziemlich heruntergekommenen Pension irgendwo in der Einöde am Meer. Ganz geheuer ist ihm nicht bei der ganzen Sache – und seine Ahnung soll Lukasz auch tatsächlich nicht trügen. Denn als er auf seinen Streifzügen durch die Pension die blaue Tür entdeckt und herausfindet, was dahintersteckt, landet Lukasz im größten Abenteuer seines Lebens: Hinter der geheimnisvollen Tür tut sich eine magische, silbrig schimmernde Welt auf, die von sonderbaren Schlangenvögeln und einem Schneider mit magischen Kräften beseelt wird. So friedlich, wie sie wirkt, ist die Welt hinter der Tür jedoch nicht – ganz im Gegenteil: Als Lukasz ein Silberfädchen mit in seine Welt nimmt, geschieht das Schreckliche: Seine Tante verwandelt sich in ein spinnenartiges Monster. Und es gibt nur eine Möglichkeit, sie zu retten – Lukasz muss zurück in die Silberwelt und das Böse besiegen.


"Dann werde ich mich vielleicht wirklich für ein halbes Stündchen zurückziehen. Ein Stündchen allerhöchstens Und dann machen wie Abendbrot." - "Genau, das machen wir!", nicke ich und lächle ihr zu. "Alles wird gut." Aber da liege ich so was von falsch.


Der Einstieg in das Hörbuch war denkbar düster und melancholisch. Der Unfall, der alles verändert hat, Lukasz' Schmerzen und vor allem seine Angst um die Mutter, die einfach nicht aufwachen will. So ist Lukasz anfangs im Grunde alles egal, er will einfach nur seine Mama zurückhaben. Die Frage nach seiner Zukunft stellt sich ihm nur nebenbei, doch als seine Tante auftaucht, ahnt Lukasz allmählich, dass er mit seinen zwölf Jahren eben noch nicht so selbstbestimmt leben kann, wie er es vielleicht möchte. Er fügt sich nur zähneknirschend in die neuen Umstände, und die düstere, verfallene Pension ist nicht dazu angetan, seine Stimmung aufzuhellen. Die Tante, unerfahren in Sachen Kindererziehung, versucht ihm den Einstieg auf ihre Art nett zu gestalten, was bei Lukasz jedoch nicht verfängt. Er klammert sich an die täglichen Anrufe in der Klinik, immer mit der Hoffnung, dass sich am Zustand seiner Mutter etwas verändert haben könnte.

Erst als Lukasz das Geheimnis hinter der blauen Tür entdeckt, bekommt sein Leben wieder einen anderen Klang - einen silbrigen. Denn hinter der Tür liegt die Silberwelt, verlockend friedlich - und Lukasz denkt immer wieder, wie gerne er in dieser Welt bleiben würde, wenn es seine Mama nicht gäbe. Die Begegnungen in der Silberwelt jedoch gestalten sich zunehmend gruseliger, und als ein Silberfaden in Lukasz' Welt landet, weiß er, dass er die Folgen nicht ohne Hilfe bewältigen kann. Drei Kinder, mit denen er in den vergangenen Wochen eher unschöne Begegnungen hatte, erklären sich schließlich bereit, mit Lukasz der Sache auf den Grund zu gehen. Floh, Biss und Mona wagen sich mit ihm gemeinsam in die Silberwelt hinter der blauen Tür, um zu retten, was zu retten ist. Aber wird es ihnen gelingen?

Marcin Szczygielski hat hier nicht nur zahlreiche Genres miteinander verknüpft wie Märchen, Fantasy, Grusel, Mysterie und Science Fiction - er bietet hier auch ein vielschichtiges Konglomerat an Themen. Die Frage nach dem verschwundenen Vater steht hier ebenso im Raum wie die Angst um die Mutter, Sehnsüchte, Freundschaft, Koma, Gut und Böse, verschiedene Realitäten, Behinderung, Familiengeschichte, Einsamkeit - reichlich also, und doch so gekonnt in die spannende und voller Überraschungen steckende Geschichte verwebt, dass hierdurch auch der jugendliche Hörer nicht überfordert ist. Wenn die Geschichte oberflächlich gehört wird, seht die spannende Erzählung im Vordergrund und die Bilder, die Marcin Szcygielski hier heraufbeschwört, gerade auch bei der fanatasievollen und atmosphärischen Schilderung der Silberwelt. Doch bei genauerem Hinhören gibt es da noch tiefere Bedeutungen zwischen den Zeilen - und beides hat seinen Reiz.

Das Ende - hat mich dann echt umgehauen. Damit hatte ich wirklich überhaupt nicht gerechnet, und es gab dem Buch noch eine zusätzlich verwirrende und mystische Note, passte letztlich aber hervorragend. Insgesamt ist dieses Buch eine gelungene Mischung aus verschiedenen Genres, ein so ganz anderes Kinderbuch, das durch seinen Schreibstil vielleicht etwas anspruchsvoll für Kinder ab 10 Jahren ist, aber für etwas Ältere eine tolle Leseempfehlung darstellt - und natürlich auch für Erwachsene.

Das 6 Stunden und 24 Minuten lange Hörbuch (ungekürzte Fassung) wird überaus gekonnt gelesen von Jens Wawrczeck - sicher den meisten bekannt als Sprecher des Peter Shaw in den Drei ???-Hörspielen. An manchen Stellen meinte ich wirklich, eine Frau sprechen zu hören, grandios.

Wer also auf der Suche nach einem Jugendbuch abseits des Mainstreams und einem leichten Grusel nicht abgeneigt ist, dem sei dieses Hörbuch empfohlen!


© Parden












Der Argon-Verlag schreibt über den Autor:

Marcin Szczygielski, geboren 1972 in Warschau, ist ein preisgekrönter Journalist und Autor und seit 2009 auch ein sehr erfolgreicher Kinderbuchautor.

übernommen vom Argon-Verlag


Sonntag, 16. Juli 2017

Ich sehe was, was du nicht siehst - Farbenchallenge - 01.08.2017 - 31.07.2018

Bild © claude Farbenchallenge

CLAUDES SCHATZKISTE hat einmal mehr eine Challenge ins Leben gerufen. Da ich die Ideen von Doreen imer toll finde, nehme ich auch diesmal daran teil. Diesmal geht es rund um Farben...



Worum geht es in der Challenge?

Lest so viele Bücher wie ihr schafft in denen im Titel ein Begriff (Substantiv oder Adjektiv) zum Thema Farben bzw. zum Kinderspiel Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist" ... vorkommt. Hierzu zählen alle Farben (Adjektiv) allgemein z. B. rot, gelb, grün, blau, violett, braun, beige, ocker, orange, rosa, weiß, schwarz ...., aber auch Substantive, die eine Farbe bezeichnen können, wie bspw. Olive, Lavendel, Limone, Flieder, Sand, Mango, Safran, Orchidee, Schnee, Lachs, Koralle, Pfirisch, Pflaume, Zitrone ... . Für diese Challenge gelten auch metallische Farbtöne, wie Silber, Gold oder Kupfer ... . Das Wort Farbe bzw. Farben zählt auch als ein Wort für diese Challenge. Natürlich zählen die Farben auch in englischer Sprache.

Hier findet ihr eine englische Farbübersicht und eine deutsche Farbübersicht
  • antik
  • Asche
  • Blüten
  • Blut
  • bunt
  • Distel
  • dunkel
  • Eis
  • Elfenbein
  • Ente
  • Farbe
  • Feuer
  • Flieder
  • Fuchsie
  • Geist
  • Gras
  • Haut
  • hell
  • Himmel
  • Holz
  • Honigmelone
  • indisch
  • Kastanie
  • Kirsche
  • König
  • Koralle
  • Kornblume
  • Lachs
  • Lavendel
  • Leinen
  • Limone 
  • Mais
  • Mandel
  • Mango
  • Marine
  • Mitternacht
  • Muschel
  • Nebel
  • Olive
  • Orchidee
  • Papaya
  • Peru
  • Pfefferminz
  • Pfirsich
  • Pflaume
  • Rauch
  • Regenbogen
  • Rose
  • Safran
  • Sand
  • Sattel
  • Schiefer
  • Schnee
  • Schokolade
  • See
  • Stahl
  • Taube
  • Tomate
  • Wald
  • Wein
  • Weizen
  • Ziegel
  • Zitrone


Auf der Seite von Claudes Schatzkiste finden sich auch die weitergehenden Regeln. Neu ist diesmal, dass die gelesenen Bücher sowie der Rezensionslink in ein Formular eingetragen werden müssen:

►FORMULAR


Mindestens alle 2 Monate wird auf Claudes Schatzkiste ein Zwischenstand mit den gelesenen Büchern für die jeweiligen Teilnehmer hinterlegt. Somit kann man sich auch Anregungen bei den anderen Teilnehmern holen.


Sieger dieser Challenge ist die Person die am Ende die meisten Punkte erlesen hat. Dabei sollte der Sieger mind. 10 Bücher in einem Jahr gelesen und rezensiert haben. Der Sieger bekommt am Ende der Challenge ein Buch im Wert von max. 15 Euro zugesandt (eine Auszahlung des Gewinns ist nicht möglich). Unter den weiteren Teilnehmer wird noch ein Überraschungsbuch verlost. In den Lostopf kommt jeder Teilnehmer, der mindestens 10 Punkte erlesen hat.


Ich freue mich schon auf die Challenge!





 Fortschritte ab dem 01.08.2017








Samstag, 15. Juli 2017

Parks, Adele: Bis du alles verlierst






Wenn du das perfekte Leben lebst, hast du alles zu verlieren.

Alison hat sich ihr perfektes Leben hart erarbeitet. Sie ist verheiratet mit Jeff, hat ein schönes Haus und eine kluge Tochter: Katherine, das Zentrum von Alisons Welt. Doch dann endet Alisons Leben, so wie sie es kennt. Ein Fremder steht vor der Tür und offenbart ihr eine schreckliche Wahrheit. Vor fünfzehn Jahren wurden seine und ihre Tochter im Krankenhaus vertauscht. Und damit nicht genug.  Katherine droht wahres Unheil …


(Klappentext Harper Collins Verlag)


  • Broschiert: 480 Seiten
  • Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (10. Juli 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Birgit Salzmann
  • ISBN-10: 3959671113
  • ISBN-13: 978-3959671118
  • Originaltitel: The Stranger In My Home
















LEIDER NUR EIN MÖCHTEGERN-THRILLER...


Der obige Klappentext las sich wahrlich spannend, und so wurde ich neugierig auf das Buch. Tatsächlich startet der Prolog auch gleich mit dem Fremden an der Tür, und Alisons Welt beginnt zu bröckeln. Auch erfährt der Leser rasch, welche Gefahr der 15-jährigen Katherine droht - der Fremde berichtet, dass seine Frau vor kurzem an Krebs gestorben sei und dass es sein könne, dass Katherine dieses Gen ebenfalls in sich trage. Naheliegend, dass die bislang heile Welt Risse bekommt, dass sich Ängste und gegenseitige Vorwürfe Bahn brechen.

Aber was hat das alles mit einem Thriller zu tun? Na, eben: nichts. Um hier nichts Falsches zu sagen, habe ich bei Wikipedia mal nach der Definition von 'Thriller' geforscht und bin auf Folgendes gestoßen:

"Charakteristisch für Thriller ist das Erzeugen eines Thrills, einer Spannung, die nicht nur in kurzen Passagen, sondern während des gesamten Handlungsverlaufs präsent ist, ein beständiges Spiel zwischen Anspannung und Erleichterung."

Und da muss man bei diesem Buch leider sagen: Fehlanzeige. Ganz im Gegenteil. Die Handlung zieht sich in vielen Passagen in die Länge, es geht nichts voran, und auch wenn man sich beim Lesen immer wieder fragt, was hier eigentlich nicht stimmt, reicht dies kaum aus, um von 'Spannung' zu sprechen. Erst im letzten Viertel driftet das bis dahin eher lahme Familiendrama in das Thriller-Genre ab, doch da war ich dann so weit zu sagen: zu spät. Die Spannung erfasste mich nicht mehr wirklich, und ich war mir sicher, wie das Buch ausgehen würde: zu Recht.

Grundlegend für meine Enttäuschung war wohl auch Katherines Mutter Alison, aus deren Ich-Perspektive die Geschichte erzählt wird. Ein derart (wohl ungewollt) unsympathischer Hauptcharakter ist mir bislang selten begegnet: weinerlich, unselbständig, ohne eigene Meinung, sich selbst gerne an allem die Schuld gebend, klammernd, Helikoptermama, ohne nennenswerte Freunde - niemand also, mit dem man gerne zu tun haben möchte. Adele Parks hat hier wohl versucht, mit psychologischen Hintergründen zu arbeiten (Alison hatte keine schöne Kindheit und Jugend), doch wirkt das ganze auf mich wenig authentisch und eher stümperhaft - sorry.

Die Idee mit den vertauschten Kindern und dem möglicherweise tödlichen Gen hätte Potential für ein wirkliches Drama gehabt, zur Anbahnung eines Thrillers, der sich erst im letzten Viertel zeigte, war sie wohl weniger geeignet. Ein flüssiger Schreibstil sorgte dafür, dass die Lektüre dennoch flott vonstatten ging.

Dieser Möchtegern-Thriller konnte mich leider nicht überzeugen. Schade...


© Parden











Bildergebnis für adele parks fotoDer Harper Collins Verlag schreibt über die Autorin:

Adele Parks wurde in Teesside, im Nordosten Englands, geboren. Sie hat Anglistik in Leicester studiert und danach in der Werbebranche gearbeitet. Bereits im Jahr 2000 erschien ihr erster Roman. Seitdem hat sie fünfzehn Bücher veröffentlicht, die alle zu Bestsellern wurden. Adele Parks lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und einer Katze in Guildford, Surrey.

übernommen vom Harper Collins Verlag

Donnerstag, 6. Juli 2017

Golonska, C.; Elstner, F.: Hellerau

Wer kennt das nicht: Da lebt man Jahre oder gar Jahrzehnte in einer Stadt und doch gibt es Stadtteile, die man gar nicht richtig kennt. 

In meinem Fall habe ich sogar zehn Jahre ganz in der Nähe gearbeitet und bin manchmal, bei Stau auf der Königsbrücker Landstraße auf den Moritzburger Weg abgebogen um von Hellerau zum Flughafen Klotzsche zu gelangen.

Im Laufe dieser Bloggertätigkeit lernte ich vor einigen Jahren Frank Elstner vom Palisander-Verlag kennen und auf der vorletzten Buchmesse in Leipzig fand ich dieses Fotobuch über die Gartenstadt Hellerau in den Regalen des Verlages, es erschien allerdings bereits im Jahr 2007, damals feierte man Einhundert Jahre erste deutsche Gartenstadt.


Hellerau: Im Jahr "1906 erwarb der visionäre Möbelfabrikant und Sozialreformer Karl Schmidt, der Besitzer der Deutschen Werkstätten, das Land, auf dem seine neuen Produktionsstätten und die Siedlung errichtet werden sollten. Im selben Jahr begannen die städtebaulichen Planungen. 1907 wurde der Deutsche Werkbund gegründet, ein Ereignis, das in einigem Zusammenhang mit der Gründung der Gartenstadt steht. Im Juni 1908 gründete sich die "Gartenstadt-Gesellschaft Hellerau GmbH". Am 1. April 1909 erfolgte der symbolische erste Spatenstich. Bereits ein Jahr später begann die Produktion in den neuen Möbelwerken und die ersten Anwohner ließen sich in Hellerau nieder."(Seite 5)








Es war die Zeit, in der man, ganz im weiteren Sinne des utopischen Sozialisten Robert Owen, darüber nachdachte, durch die Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter Einfluss auf die Produktivität zu nehmen. Die Idee der Gartenstädte geht dabei auf Ebenezer Howard zurück.


Das vorliegende Buch lädt zum Rundgang durch die Gartenstadt ein, deren einzelne Teile von verschiedenen Architekten entworfen wurden. Die Besonderheiten der Bauweise werden im vorliegendem prägnant beschrieben. Die Karte links findet man nicht nur im Einband des Buches sondern auch mehrfach in den Straßenzügen.  Die Gartenstadt bekam Schule, Waldschänke, Festspielhaus und kleine Parkanlagen, sie ist an der Peripherie der großen Stadt gelegen, städtisch und ein wenig ländlich zu gleich.







Ein zentraler Platz in Hellerau ist das Areal des Festspielhauses. Dies ist heute wieder ein Zentrum des modernen Tanzes, ursprünglich, also zu Beginn, Zentrum für rhythmische Gymnastik. Im Jahr 1912 war der Bau vollendet. Architekt war Heinrich Tessenow. Das soll den Architekten der Gartenstadt (Schmidt, Riemenschmid) in seinen Dimensionen zu weit gegangen sein. (Seite 39)  Doch entwickelte sich hier ein Zentrum für moderne Kunst und Tanz, die Lehrerin Gret Paluccas, Mary Wigman, entwickelte hier den freien Ausdruckstanz. Das Festspielhaus entwickelt sich heute wieder zu einem angesagten Kunsttempel. Die so genannten Künstlerpensionen von damals gibt es heute wieder am Zugang zum Areal. In den Treppenaufgängen des Festspielhauses prangen die Beweise für dessen zwischenzeitlich Nutzung.




Hellerau ist wahrhaftig eine grün-bunte Gartenstadt am Rande Dresdens, die zu besuchen und zu durchstreifen durchaus Stunden dauern kann. Plätze zum Verweilen und zum Nachlesen in diesem Buch finden sich zu nahezu überall.


Zu guter Letzt ist die Waldschänke, im Buch noch als Ruine beschrieben, inzwischen auch wieder Heimstätte eines Bürgervereins. 



Heimatgeschichte. Es gibt immer was neues zu entdecken. Nie hat man alles schon gesehen. Sicher führt mich der Weg auch einmal in dieses Festspielhaus. Oder wird es mal Pensionssitz? 


Frank Elstner (geb. 1963) erzählte mir auf der Buchmesse 2016, dass er sich für dieses Buch extra mit Architektur- und Großformatfotografie beschäftigt hat. Der promovierte Physiker, der hauptsächlich als Verleger, Übersetzer und Autor arbeitet, zeigt hier eine weitere interessante Facette seines Wirkens.

Der freie Architekt Clemens Golonska (geb. 1960) hat sich während des Studiums in Aachen und Braunschweig in das Hellerauer Konzept verliebt. Inzwischen wohnt er hier im Norden Dresdens und macht auch Führungen durch die Gartenstadt. Auch das ist sicherlich einen weiteren Besuch wert.





DNB / Palisander / Chemnitz 2007 / ISBN: 978-3-938305-04-1 / 176 Seiten. (deutsch/englisch)


© KaratekaDD



Dienstag, 4. Juli 2017

Auf dem Shannon - Collage im Juni


Das wollte ich schon seit Jahren einmal unternehmen. endlich war es im Juni 2017 so weit und in Familie ging es auf den Shannon in Irland. Davon erzählt die Foto - Collage.


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 Der Start erfolgte ziemlich genau in der Mitte Irlands, nämlich an Athlone, wo wir den vermutlich ältesten Pub Irlands, Sean´s Bar, besuchten. Die fünfzehn Meter lange Penichette war nicht unbedingt einfach zu steuern, das merkten wir in der Marina im Stadtzentrum.

Man beachte die schönen Karikaturen zur Warnung der Sportschiffer.








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 So einen riesigen Fluss-See wie den Lough Ree hätten wir nicht vermutet. Das flache Hausboot hat gegen die Wellen etwas zu kämpfen und wir bekommen eine Ahnung, warum man bei scheinbar noch vertretbaren Windstärken die Überquerung vermeiden soll. Unweit vom Ufer ein Steg zum Notanlegen. Gegenüber eine kleine Burgruine. Wir landen dann in Lanesborough und entscheiden uns nach zwei vergeblichen Versuchen gegen den Wind für eine Privatmarina. 

Gegenüber befindet sich eine Dreckschleuder von Torf-Kraftwerk. Der Geruch im Städtchen, das ein sauberes ist, erinnert ein wenig an lang vergangene Zeiten.



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Carrick on Shannon ist die nächste Station. 
Schleusen, Hubbrücken, Kühe, die bis dicht am Ufer grasen. Die größeren Seen wurden nun durch schmale Passagen abgelöst.

Wir legen bei "le boat" an und fallen inmitten der "Emerald Star" Boote ein wenig auf. Freundlich, wie die Leute hier sind, bezahlen wir nur einen Bruchteil der Gebühren wie in MeckPom. Wir machen einen kleinen Einkauf und bekommen auf einem Volksfest, welches man hier "Carnifal" nennt,  einen Gutschein für den hiesigen Italiener. Der Abend verbringen vier der Mannschaft in einem noblen Pub. (08)



07
08
Wir müssen langsam die Rücktour berechnen. Doch erst einmal geht es weiter nördlich in den Lough Key. Ziel ist ein Fotomotiv, ein abgebranntes Lustschloss auf einer Insel und ein Vergnügungspark. (08) Die Fahrt ist begleitet von viel Regen und endet trotzdem bequem wieder in Carrick wo wir gemütlich Futtern gehen. Italienisch.

 Wir hätten natürlich wieder in Lanesborough festmachen können, entschließen uns aber ein Stück weiter zu fahren und gelangen nach Richmond Harbor. 




09
10
Der Schleusenwärter an der Clondra Lock (09) ist ein Unikum und wir vertrauen darauf, dass er uns gar nicht weiter fahren lassen würde, wenn wir in der nachfolgenden Brücke steckenbleiben könnten. In Richmond beginnt der Royal Canal, der bis Dublin führt. Wir verbringen die Nacht unterhalb der Schleuse und fahren am nächsten Morgen wieder nach Athlone.  Dort besuchen wir die Burg und verbringen den Abend noch einmal in Sean´s Bar. 






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 Die letzte Tour führt den Shannon hinab weiter südwärts. Die Landschaft ist plötzlich völlig verändert. Wir verbringen einige schöne Stunden in der alten Klosteranlage von Clonmacnois (11) und fahren anschließend wieder in Richtung Athlone und weiter in die Marina, in der wir am nächsten Tag die Penichette abgeben müssen.



So geht eine schöne Tour langsam zu Ende.






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Sicher folgt noch mal eine extra Fotostrecke mit den schönsten Bildern und vielleicht ein Bilderpost zu Dublin.


© KaratekaDD







Sonntag, 2. Juli 2017

Weiler, Jan: Das Pubertier

Jauchz! Nächste Woche kommt ein Film ins Kino. DAS PUBERTIER. Nicht, dass ich das Buch gekannt hätte. Obwohl, nun kenne ich es ja, denn soeben habe ich es fertig gehört. Dauerte ja nur eine Stunde und 18 Minuten. Daneben konnte man schön Rippchen und ein Rumpsteak und Grillgemüse auf dem Gasgrill auf der Terrasse zubereiten. Mit einem ständigen Dauergrinsen.

Warum ich das Kinoerlebnis so schnell wie möglich haben möchte? Ich gebe es zu: wegen Jan Josef Liefers. Der spielt nämlich den Jan Weilers. Jan Weilers ist der, der das Büchlein geschrieben hat. Kenne ich nicht. Aber soeben stelle ich fest, den kenne ich doch. Ich hab sogar was von dem gelesen. Nee, gehört: Maria, ihm schmeckts nicht. Wurde auch verfilmt. Habe mich scheckig gelacht. Die CD´s bekam ich mal von Anne geschenkt. Die hat bei den Buchgesichtern auch drüber geschrieben. Zum Beispiel darüber, dass Jan Weiler das Buch auch gelesen hat. Aber den Namen hatte ich vergessen. Nun werde ich ihn wohl nicht mehr vergessen. Und zu "Maria" könnte Anne ja mal ihren älteren Text neu auflegen.


Das bekannteste Zitat aus dem Pubertier, das lege ich mal einfach fest, ist vielleicht folgendes:




"Nur der im Tierreich fehlenden Schulpflicht ist es
zu verdanken, dass der Koalabär als faulstes Lebewesen
der Welt gilt. Er hängt täglich zwanzig Stunden
rum. Das würde unsere Tochter locker toppen,
aber sie muss zwischendurch in die Schule."






"Unsere Tochter" ist das Pubertier. FÜNFZEHN. Und das sagt wohl alles. Da der Schreiberling hier keine Kinder besitzt, scheint er was verpasst zu haben und muss halt auf diesen Ersatz zurück greifen. Gelegentlich allerdings erkennt er seine Neffen wieder. Da auch eine Nichte nicht vorhanden ist, fehlt da aber trotzdem was. Trotzdem sei versichert, er hat gelacht. Und wie. 

Sei es die Bude, in der das Pubertier haust, die Art, wie sie ihren dreizehnten Geburtstag, den Tag ihrer Mutation organisiert, des Vaters Ausführungen zu Elternabenden und Schulpflegschaft und die Angst, wie das dann beim noch elfjährigen Sohnemann werden wird. Und... Und... Und...




Da man aus diesem vergnüglichen Büchlein einfach nicht zitieren kann ohne ganze Seiten zu berücksichtigen, stelle ich hier mal den Buchtrailer rein.



Und damit jeder weiß, was er sich in den nächsten Wochen ansehen sollte, 
gleich noch den Trailer zum Film:






So, das reicht erst mal. Alles nur zu empfehlen.
► Eine Leseprobe gibt es hier.
Hier präsentiert das Buch der Rowohlt -Verlag
► Der zweite Teil heißt: Im Reich der Pubertiere

© KaratekaDD



Samstag, 1. Juli 2017

BlogPost Nr. 97: Unsere Neuerwerbungen im Juni 2017


Zu heiß zum Lesen? Gibt es bei uns nicht. Deshalb zogen auch wieder ein paar neue Seitlinge in unsere Regale ein...


KaratekaDD

Ich glaube ja nicht, dass Anne Parden in diesem Monat keine Bücher erworben hat, aber der Netzwerkteufel hat zugeschlagen. Daher gibt es nun nur diese Mitteilung:




Sechsundzwanzig Bücher, sechsundzwanzig Geschichten, die Guido Brunetti, seines Zeichens Commissario in Venedig gibt es bereits. Inzwischen ist das eine große Sammlung geworden, die Bücher der Donna Leon und die Filme dazu. Stille Wasser ist ein Umwelt-Krimi. Im Gegensatz zu den beiden anderen. Christopher Tolkien nimmt an, das Buch über die wichtigste Liebesgeschichte in Mittelerde könnte sein letztes Werk über seines Vaters mythologisches Gesamtwerk sein. sehr schön illustriert.
Die Brücken der Freiheit sieht ein schottischer Bergarbeiterjunge, der im 18. Jahrhundert als Sklave (?) nach Virginia kommt. Ken Follet hat einen festen Platz im Regal.

Das ist die Ausbeute im Juni. Eines fehlt eigentlich noch. Aber da gab es eine Falschsendung.