Mittwoch, 16. August 2017

Eine halbe Million Besuche - WOW !!!


So sah gerade die Zahl aus, die die Menge unsere Seitenaufrufe dokumentiert. 500.000 Besuche bei Litterae Artesque - eine halbe Million! Dafür möchten wir erst einmal ein herzliches Dankeschön aussprechen! Wir freuen uns sehr, dass wir im Laufe der Zeit ein wenig an Bekanntheitsgrad dazu gewonnen haben. Und das, obwohl wir doch eher Beiträge abseits des Mainstreams bieten. Aber offensichtlich finden sich auch dafür interessierte Leser, was uns motiviert, auch nach über vier Jahren weiter durchzustarten...







* * *




Huch! Hat da einer ein Buch über uns geschrieben? Nein, nein. Wir haben zwar durchaus mal die Frage nach der menschlichen Vernunft gestellt, ja genau wie dieser Imanuel Kant, aber dessen kategorischer Imperativ spielt dann doch keine allzu große Rolle. Oder doch, oder eigentlich immer? 
Auf der Startseite findet man unsere Erklärung für den Namen dieses Blogs. Uwe gibt zu, diese Broschüre ist wahnsinnig schwer zu lesen, die Gelehrsamkeit von Eco gefällt ihm besser, und darum ist dieses Bild vermutlich der einzige Hinweis auf dieses "Büchlein zum Blog", welcher überhaupt nicht schwer zu lesen ist. Das könnt Ihr ruhig glauben.


* * *

Sicherlich sind die meisten Betreiber von Blogs deutlich jünger als wir - aber wir bieten dafür hoffentlich auch ein interessantes Kontrastprogramm. Durch Berufstätigkeit und andere Verpflichtungen können hier nicht immer alle drei regelmäßig Beiträge verfassen, aber wenn Zeit dafür bleibt, entstehen in der Regel aufwändige und liebevoll gestaltete Posts. Jeder von uns dreien hat dabei eine andere Vorstellung der Gestaltung, aber gerade diese Vielfältigkeit macht uns u.a. aus. Dabei stellen wir in der Regel Buchbesprechungen vor, aber auch andere Interessen wie Fotografie, Kunst und Kultur, Lyrik und eigene Geschichten finden sich in unseren Posts. Buchvorstellungen und Fotos sind von jeher in unserem Blog eng miteinander verbunden.




Hier nur einige Beispiele unserer Beiträge:


Zum Beitrag...

Annes Besuch im Polare Maastricht - einer ganz besonderen Buchhandlung...


 
Rudis Zeichnung anlässlich einer sehr persönlichen Buchbesprechung zu 'Hanas Koffer'...


Uwe fragt hier so herrlich: Sind wir nicht alle ein bisschen bibliophil?


'Wer bist du?' fragt Rudi hier in seiner 1. Episode von 'Die wundersame Geschichte von Mama, vom Hasa und vom Kackerli'

 
'Tanz im Regen' - ein Gedicht von Anne


Natürlich könnten wir hier noch zahllose Buchbesprechungen und andere Beiträge anfügen, doch das würde den Rahmen eindeutig sprengen. ► Hier gibt es den Überblick über alle bislang von uns vorgestellten Bücher.

Bei aller Freude über die große Zahl der Besucher unseres Blogs haben wir jedoch noch einen kleinen Wunsch. Wir würden uns über mehr Kommentare zu unseren Beiträgen riesig freuen. Wir wissen und sehen, dass dies z.B. nach dem Teilen der Posts bei Facebook zahlreich geschieht, aber hier im Blog selbst wird meist noch wenig kommentiert. Wir wissen, auch das ist ein Zeitaufwand, aber wir freuen uns auch schon über eine kurze Mitteilung.

In diesem Sinne: Auf die hoffentlich nächsten 500.000 Besuche in unserem Blog! Bleibt die spannende Frage, ob nach der 999.999 tatsächlich die 1.000.000 erscheint oder aber sechs Nullen und alles wieder auf Anfang? Wir werden sehen...

Die drei von Litterae Artesque! ☺

Dienstag, 15. August 2017

McEwan, Ian: Der Zementgarten


Papa ist tot, Mama stirbt und wird, damit keiner was merkt, einzementiert; die vier Kinder – zwei Mädchen und zwei Jungen zwischen 6 und 16 – haben das große Haus in den großen Ferien für sich. Im Laufe des drückend heißen, unwirklichen Sommers kapselt sich die Gemeinschaft der Kinder mehr und mehr gegen die Außenwelt ab, und keiner merkt, dass etwas faul ist.

(Klappentext Diogenes Verlag)

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag (2. Januar 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Christian Enzensberger
  • ISBN-10: 3257206488
  • ISBN-13: 978-3257206487
  • Originaltitel: The Cement Garden











EINE LEICHE IM KELLER...




Ein Kindertraum wird Wirklichkeit: Papa ist tot, Mama stirbt und wird, damit keiner was merkt, einzementiert, und die vier Kinder - zwei Mädchen und zwei Jungen zwischen 6 und 16 - haben das große Haus in den großen Ferien für sich. Im Laufe des drückend heißen, unwirklichen Sommers kapselt sich die Gemeinschaft der Kinder mehr und mehr gegen die Außenwelt ab, und keiner merkt, daß etwas faul ist.

Bewusst stelle ich hier den Klappentext meiner Ausgabe noch einmal voran, denn bereits hier wird deutlich, weshalb ein Spitzname des Autors 'Ian McAbre' lautet - Ian, der Makabere. Ein Kindertraum? Aber sicher doch...

Nach dem plötzlichen Tod des Vaters ist eher Erleichterung denn Trauer zu verspüren, denn der Despot hatte seine Familie gut im Griff. Doch bald darauf beginnt es der Mutter schlechter zu gehen, bis sie nur noch im Bett bleibt. Die vier Kinder scharen sich so oft es geht um sie, der Kleinste, Tom, klettert häufig genug zur Mutter ins Bett, die Aufgaben im Haushalt übernehmen die Älteren. Trotz langer Krankheitsphase trifft es die Kinder hart, als sie die Mutter eines Tages tot im Bett vorfinden. Jack, dem Vierzehjährigen, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, sowie seiner zwei Jahre älteren Schwester Julie ist klar, was passieren wird, wenn sie den Tod ihrer Mutter offen machen: die Geschwister werden auseinander gerissen.



"Als wir sie auf das Laken niederlegten, sah sie so gebrechlich und traurig aus in ihrem Nachthemd, vor unseren Füßen liegend wie ein Vogel mit einem gebrochenen Flügel, daß ich zum erstenmal über sie weinte und nicht über mich." (S. 92)


So beschließen sie gemeinsam, den Zement, den ihr Vater dazu verwenden wollte, den Garten zu planieren, dazu zu nutzen, ihrer Mutter ein Grab im Keller zu schaffen. Das Geheimnis, die Trauer, die Sprachlosigkeit - eine ungesunde und explosive Mischung, die nicht spurlos an den Kindern vorübergeht. Ein drückend heißer Sommer, Ferien, ein Wohngebiet, in dem kaum noch Häuser stehen und wo jeden Tag weitere Gebäude abgerissen werden, keine Freunde der Familie, niemand, der sich Sorgen macht - die vier Geschwister haben niemanden und bleiben sich selbst überlassen. Verwahrlosung, Isolierung, Einsamkeit, kein Raum für ein Miteinander - eine im Untergrund gärende Lage, die kein gutes Ende erwarten lässt...


"Als meine Mutter starb, lag unter meinen stärksten Regungen ein Gefühl von Abenteuer und Freiheit, das ich mir kaum einzugestehen wagte." (S. 98)


Die Abgründe der Jugend - in seinem Debütroman seziert Ian McEwan eine hoffentlich unvorstellbare Situation. Die Isolierung bekommt schließlich durch einen Freund Julies einen Riss, wodurch das in Schieflage gebrachte Familiengefüge gefährlich ins Wanken gerät. Die Pubertät Jacks verschärft die Konstellation zusätzlich, und der Junge schwankt zwischen Apathie und Aggression, leidet zunehmend an Albträumen und ist letztlich ebenso hilflos wie seine Geschwister. Der kleine Tom verfällt in eine Regression, wird zum Kleinkind, und Julie übernimmt immer mehr die Mutterrolle, der 15jährige Jack schließlich auch die Vaterrolle. Doch beide sind wie mit allem anderen damit heillos überfordert.


"Außer, wenn ich in den Keller gehe, ist mir, als ob ich schlafe. Es gehen ganze Wochen vorbei, ohne daß ich es merke, und wenn du mich fragst, was vor drei Tagen war, weiß ich es nicht." (S. 199)


Meine Güte, was für ein verstörendes Buch! Traumartig erscheinen die Schilderungen des Geschehens, gefangen in klebrigheißen Sommmertagen, ein Ineinanderfließen der Zeit, überwuchert von einem süßlichen Verwesungsgeruch. Ian McEwan hat es geschafft, nicht nur glaubhaft darzustellen, dass es Jack - und vielleicht auch den anderen Kindern - so vorkam, als schliefen sie (wenn sie nicht gerade im Keller bei ihrer toten Mutter waren), sondern mich als Leser gleich ebenfalls Teil dieses Albtraums werden zu lassen. Dabei agiert McEwan gnadenlos und schreckt vor keinen Konsequenzen zurück, alles wird hier ausgelebt ohne eine Korrekturmöglichkeit von außen.

Das Ende schließlich ist das einzig mögliche in meinen Augen. Auch wenn es im Grunde offen ist - es schließen sich zahllose Fragen an, die Zukunft betreffend - ist hier gewissermaßen ein Schlusspunkt gesetzt. Eine Erlösung für den Leser, der von Anfang an hineingesogen wird in die Geschichte, ihr kaum entkommen kann. Düster und faszinierend, morbide und spannend, tabulos und unfassbar.

In jedem Fall ein Roman, der mich nachhaltig beeindrucken konnte.


© Parden





1993 wurde 'Der Zementgarten' verfilmt...







Der Diogenes Verlag schreibt über den Autor:

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er für ›Amsterdam‹ den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman ›Abbitte‹ wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences.

übernommen vom Diogenes Verlag

Samstag, 12. August 2017

Martin, G.R.R.: Das Lied von Eis und Feuer - HB 1


Die letzten Tage des Sommers sind gekommen. Eddard Stark, Herrscher im Norden des Reiches, weiß, dass der nächste Winter Jahrzehnte dauern wird. Als der engste Vertraute des Königs stirbt, folgt Eddard dem Ruf an den Königshof und wird dessen Nachfolger. Doch um den Schattenthron des schwachen Königs scharen sich Intriganten und feige Meuchler. Eddard sieht sich von mächtigen Feinden umzingelt, während seine vielköpfige Familie in alle Winde verstreut wird. Die Zukunft des Reiches steht auf dem Spiel... (Amazon)

Fünf Kinder haben Eddard Stark, Lord of Winterfell und seine Frau Catelyn: Robb, Sansa, Arya, Brandon und Rickon. Hinzu kommt sein Bastardsohn Jon Snow. Schon zu Beginn wird der Leser wie der "Fernsehgucker" darauf hingewiesen, dass Unheil naht, denn jenseits einer riesigen Mauer, die seit tausenden Jahren steht, braut sich etwas zusammen. Doch Unheil naht der Familie Stark auch aus Kings Landing (Königsmund). Robert Baratheon, Köing und seine Familie zeigen mit einem Raben ihre Ankunft in Winterfell an. Zu diesen eine ganze Reihe der Familie Lannister.
Robert will Eddard, seinen Jugendfreund als rechte HAND, als eine Art Premierminister.

Am Ende des Hörbuches befinden sich Eddard, Sansa und Arya in Königsmund und Jon auf der Mauer, als Beschützer des Nordens. Bran liegt gelähmt in seinem Bett. Herabgestoßen von einem Turm, den der Zehnjährige erkletterte. Seine Mutter mutmaßt nach einem Mordversuch an Bran, dass die Lannisters dahinter stecken. dies will Catelyn ihrem Mann erläutern und so geht auch sie nach Königsmund...


Familie Stark von Winterfell / Quelle

Parallel dazu entwickelt sich die Geschichte der Daenerys Targaryen, die mit einem Nomadenfürsten verheiratet wird, ihr Vater saß einst auf dem Eisernen Thron in Königsmund, er war der Irre König. Nicht minder irre scheint ihr Bruder Viserys zu sein. Zur Hochzeit mit Khal Drogo bekommt sie drei versteinerte Dracheneier geschenkt...

In diesem Fantasyreich sind die Jahreszeiten von immer unterschiedlicher Länge. Der Winter naht, ist der Wappenspruch der Starks; Feuer und Blut der der Targaryen. 

Daraus ensteht DAS LIED VON EIS UND FEUER.

* * *

Dieses riesige Paket kurz und bündig zu beschreiben, ist ganz sicher nicht einfach. 

  • Band 1: A Game of ThronesDie Herren von Winterfell und Das Erbe von Winterfell
  • Band 2: A Clash of KingsDer Thron der Sieben Königreiche und Die Saat des goldenen Löwen
  • Band 3: A Storm of SwordsSturm der Schwerter und Die Königin der Drachen
  • Band 4: A Feast for CrowsZeit der Krähen und Die dunkle Königin
  • Band 5: A Dance with DragonsDer Sohn des Greifen und Ein Tanz mit Drachen




Winterfell: Das ist die Familie, deren Schicksal sich durch die gesamte Geschichte zieht, mit ihr beginnt die Handlung wie schon die Büchertitel zeigen. Ihr Wappen ist der Schattenwolf. Eine tote Wölfin hat noch sechs Welpen geboren: Je eines für Robb, Bran, Rickon, Sansa, Arya und eines für Jon. Eines der Wolfskinder, der Schattenwolf Lady von Sansa, stirbt durch Lord Starks Hand, stellvertretend für Nymeria, das Wolfskind von Arya, Nymeria hat den Prinzen Joffrey Baratheon gebissen. Doch ist er von sich selbst eingenommene egozentrische Prinz wirklich der Sohn des Königs? Auch Bran, der gelähmt in Winterfell zurückblieb wir durch seinen Wolf gerettet, als ein Mordversuch geschieht. Was hat der Junge gesehen? Wer trachtet ihm nach dem Leben?


Szenenfoto / Quelle


Schon in wikipedia wird deutlich, dass die unterschiedlichsten Buchausgaben existieren; nun also hier das erste Hörbuch. Entschieden habe ich mich diesmal für das Hörbuch, weil dies ganz sicher preiswerter wird, als die Printausgabe, sieht man mal davon ab, dass Game of Thrones in nunmehr sieben Staffeln nicht eben billig war.



Szenenfoto

Das erste Hörbuch endet ziemlich genau wie die dritte Folge der ersten Staffel von Game of Thrones

1. Folge: Der Winter naht
2. Folge: Die Königsstraße
3. Folge Lord Schnee

Im Film beobachtet mit ernstem Gesicht Lord Stark seine Tochter Arya beim Üben des Schwertkampfes. Wird das Mädchen das Erbe von Winterfell? Warten wir es ab. Es wird dauern...



* * *

Etwas mehr als neun Stunden liest Reinhard Kuhnert. Selbst die Dialoge im Film findet man im Buch oft wieder. Er moduliert die einzelnen Figuren sehr gut, was am meisten dann bei dem Zwerg Tyron Lannister, einer zu Beginn ziemlich zwielichtigen Figur auffällt. Ihm zuzuhören macht durchaus Spaß.

Die Kinder sind im Film alle etwas älter als im Buch, das liegt sicher daran, dass sie im Film "schneller" heiraten und ihre ehelichen "Pflichten" erfüllen müssen. Dies gilt auch für Daenerys (Dani). Die Cover der ersten vier (neuen) Hörbücher zeigen Eddard Stark, Lord von Winterfell, Wächter des Nordens auf dem eisernen Thron, den er vertritt, wenn der König abwesend ist. Seit Sean Bean einst den Boromir, Sohn des Truchsess von Gondor im Herrn der Ringe spielte, sieht man ihn gern in solchen Rollen. In einem ersten Beitrag habe ich von beiden Geschichten erzählt. 


Wikipedia-Artikel:
Das Hörbuch unter amazon und audible.de

Zum Hörbuch auf audible.de gibt es eine schön gestaltete Broschüre im pdf-Format mit interessanten Details zu den wichtigsten Häusern und vor allem deren Rolle in der Vergangenheit, denn dieses Mammut-Werk verursacht gelegentlich Verwirrungen. Jetzt erst, nach fast 70 knapp einstündigen Filmen und dem ersten Hörbuch blicke ich annähernd durch. Inwieweit die Filme weiterhelfen werden weiß ich nicht genau, Fans sagen, die Handlungen triften etwas auseinander. 


© KaratekaDD



Dienstag, 8. August 2017

Pergande, Frank: Die Inselkrähe von Mirow

Mirow. Ungefähr zwanzig Jahre Liegeplatz der BURRE. An einem historischen Ort. Der Schlossinsel. Und auf dieser Insel gab es einen Mord. Im Jahr 1761. Weitere Handlungsort sind Buchholz und Neustrelitz. Und am Ende landet eine Prinzessin in London.

Mirow ist ein Nest im Herzogtum Mecklenburg - Strelitz. Da wohnte der apanagierte Prinz von Mirow. Das bedeutet, dass er einen älteren Bruder hatte, der als Herzog in Neustrelitz residierte. Aber ich will überhaupt nicht soviel Geschichte betreiben hier. Die folgende Geschichte spielt wie gesagt in Mirow zu einer Zeit, da die herzogliche Familie der Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz auch in der neuen Residenz wohnte. Eigentlich. Aber die Schlossinsel hatte wohl ihren eigenen Reiz, es war der Witwensitz der Mutter unserer Prinzessin.


Das Buch hat auch seinen Reiz. Es besteht aus einzelnen, sehr offenen, manchmal erotischen und abenteuerliche Begebenheiten enthaltenden, Briefen. Diese schreibt eine Erzieherin besagter Prinzessin, dem 17jährigen Lotchen. Die Kammerfrau und Erzieherin heißt Luise Ernestine von Gagern. Wie es aussieht keine wirklich historische Person im Gegensatz zu Friderike Elisabeth von Grabow, die tatsächlich von der Herzoginwitwe Elisabeth Albertine zur Erzieherin des Lotchen berufen wurde. Die spielt hier auch eine Rolle. Obwohl sie meistens nur stickt.




Das Schloss wird auch Drei-Königinnen-Schloss genannt.  Ihm gegenüber steht ein Kavaliersgebäude für die vielen Gäste, die gelegentlich erwartet werden.




Des Lotchens Vater ist schon seit knapp 10 Jahren tot und die Herzoginwitwe liegt fast im Sterben. Doch erst einmal erreicht eine Kutsche die Schlossinsel und heraus fällt ein toter Graf. Diesen Mord gilt es schleunigst aufzuklären, denn ein Frühlingsfest für die Prinzessin steht bevor. Beauftragt damit wird der Drost von Raden. Der verwaltet Mirow im Auftrag des Herzogs und hat die Polizeigewalt inne. Im zur Seite gesellt sich unsere Briefschreiberin. Übrigens schreibt sie an den Kammerherrn ihrer königlichen Majestät Elisabeth Christine von Preußen, Ernst Ahasverus Heinrich Graf von Lehndorff. Den gab es auch. Wieso schreibt so ein Kammerfräulein an einen preußischen Kammerherrn? Die Strelitzer haben nicht viel am Hut mit dem Großen König, weil der immer die Bauernburschen braucht für sein stehendes Heer.




Luise Ernestine fängt an zu ermitteln. Wer ist dieser Tote? Was hat das alles mit Wien zu tun? Und wieso kennt die Grabow diesen Mann? Was hat Luise eigentlich vor? Und warum antwortet der von Lehndorff bald nicht mehr? Wer ist der Mann, der den "Kopf unter ihre Röcke steckt" und wo führt der Geheimgang hin, in dem er sich fast zu Tode stürzt? Verraten kann man ja wenigstens, dass der Geheimgang zur Gruft in der Johanniter-Kirche führt, wo auch der Schlosskirchenpastor seine Geheimnisse zu haben scheint.  

Aber am Ende kommt alles anders als man denkt. Die beschauliche Hofhaltung der Mirokesen, wie das für das gute Benehmen der Sophie Charlotte zuständige Kammerfräulein wenig despektierlich die Mirower nennt, schafft es, das Prinzesschen hervorragend zu verheiraten: es wird 57 Jahr lang die Königin von England sein und seine Heimat nie wiedersehen.

Blick vom Kirchturm auf das Schloss hinter Bäumen.


* * *

Das ist schon eine Idee, die ganze Geschichte nur anhand einseitiger Briefe zu erzählen. Ganz langsam kommt heraus, welche Rollen da gespielt werden. Aber ich will nichts weiter verraten.
Der Autor, Frank Pergande, jedenfalls hat erklärt, dass er Motive von Christie, Dostojewski, Schiller, Flemming, Chandler, Poe, Donna Leon und Simeon verwendet hat. Zu meiner Schande gestehe ich, dass ich von allen mal gehört, aber nur von Donna Leon was gelesen habe. Wie es scheint, aber habe ich nun indirekt doch was von diesen allen gelesen. Amüsant und spannend war es allemal. Und damit eine schöne Lektüre im Lokalkolorit, und für Mirow gehört es sich, dass dieses auch noch historisch sein muss. 

Die Idee zur Geschichte könnte durchaus mit jenem Herr von Lehndorff zusammenhängen, denn der schrieb am 1. August 1761 in sein Tagebuch:

"Halb Berlin eilt nach Strelitz, um die glückliche Prinzessin zu sehen, 
die das Schicksal auf einen so schönen Königsthron setzt."

* * * 


Die  BURRE jedenfalls ist wie damals der Bruder des Lotchens auch nach Neustrelitz umgezogen. Gern besuchen die, die damit umherfahren, die Mirokesen auf der Schlossinsel, dort wurde auch dieses Buch erworben.

Der letzte Herzog von Mecklenburg -Strelitz ist allerdings auf  dieser Schlossinsel begraben wurden. Es war wohl bis in das zwanzigste Jahrhundert die heimliche Liebe der Herzöge von Mecklenburg - Strelitz gewesen sein, dieses Mirow.


Das Lotchen hat Strelitz berühmt gemacht. 
Auch wegen dieser Blume, die nach ihr benannt wurde. 
Die Strelitzie.


Bilder siehe wikipedia




DNB / Hinstorff / Rostock, 2014 / ISBN: 978-3-356-01871-4 / 223 Seiten


© KaratekaDD


Montag, 7. August 2017

Gordon, Haroon: Palast aus Staub und Sand


Eines Abends ist er einfach da. Baptiste, der scheue, junge Mann, von dem niemand in der verschlafenen Ortschaft in der Provence weiß, woher er gekommen ist. Und er scheint dort sein Glück zu finden, bis Jahrzehnte später seine verschwiegene Vergangenheit aufersteht. Mit aller Macht ziehen ihn die Erlebnisse vergangener Tage wieder in ihren Bann, und mit ihnen die Erinnerungen an Abda, das längst vergessene Frauengefängnis in der algerischen Wüste, in dem eine ungewöhnliche, tiefe Freundschaft, aber auch sein dunkelstes Geheimnis begraben liegen. Eines, das in einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit immer weiter an die Oberfläche drängt …

(Klappentext Hockebooks Verlag)

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 3737 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 310 Seiten
  • Verlag: hockebooks: e-book first; Auflage: 1 (4. Oktober 2016)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01LT9DIP4








Hiermit danke ich 'Blogg dein Buch' sowie dem Hockebooks Verlag für die Möglichkeit, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen.
 







 POETISCH, BERÜHREND UND EMPFEHLENSWERT...



Baptiste ist ein alter Mann, als die Erzählung beginnt. Er lebt schon lange in der Provence, seit er als junger Mann wie aus heiterem Himmel dort auftauchte, nie ein Wort über seine Vergangenheit verlierend. Obwohl zurückhaltend und in sich gekehrt, begegnete ihm vor Jahren in dem kleinen Dorf seine große Liebe. Und mit Claire hat er seitdem jedes einzelne Jahr geteilt, doch das Glück scheint sich nun zu wenden. Vor kurzem nahm ihm ein schwerer Unfall nicht nur seine Tochter, sondern auch seinen Schwiegersohn und das gerade geborene Enkelkind. Und nun ist auch seine Frau krank, schwer krank - und es führt kein Weg daran vorbei, dass sie sterben wird. Das Leben ist für Baptiste nur noch geprägt von Verlusten.


Ihr eindringlicher Blick taf Baptiste bis tief ins Mark, und in die Stille seiner Hilflosigkeit mischte sich die Bitterkeit des Kämpfers, der langsam zur Einsicht seiner Niederlage kommt. - Nun hob sich ihre Stimme, um ihm ein versöhnliches Angebot zu unterbreiten. "Weißt du, was mir wichtig ist? ich möchte ein letztes Mal mit dir verschmelzen. Ich möchte ein letztes Mal ein Stück Eiskonfekt in meinem Mund halten, bis mich der kalte Kern belohnt. Ich möchte im Kino an deiner Schulter um Jeanne d'Arc weinen und in der Nacht einen perfekten Wein entkorken. Ich möchte noch einmal aus deinem Mund Candide hören. Ich kann das alles nur mit und vor allem durch dich haben und nur, wenn du verstehst, dass dies wunderbar und die beste aller Welten ist. Wenn du das nicht spürst, kann ich es nicht erleben, denn dann wirst du uns in deiner Trauer ertränken." (S. 109)


Nach dem Tod seiner geliebten Claire verfällt Baptiste in eine tiefe Trauer. Selbst schon alt, kommen auch Gedanken auf, was er überhaupt noch vom Leben erwartet. Als er sich bei einem Sturz einen Bruch zuzieht, erklärt er sich einverstanden, für die Zeit seiner Rekonvaleszenz in ein Pflegeheim zu gehen, denn er sieht ein, dass er so nicht für sich sorgen kann. Doch in seine Überlegungen hinein, vielleicht für den Rest seiner Tage in dem Heim zu bleiben, stößt Ella, eine junge Frau, die mit einer kleinen Gruppe aus Algerien in die Provence gekommen ist, um Werbung für ihr Projekt zur Unterstützung der ärmsten aller Kinder zu machen. Algerien - Baptistes Vergangenheit meldet sich zu Wort. Und er beschließt, die jungen Leute in ihrem Engagement nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern bricht in Frankreich alle Zelte ab, um sich seiner Vergangenheit zu stellen.


Claires Tod hatte über Nacht alle Gegenstände, alle Bücher, Bilder, Möbel, einfach alles und jeden, verstummen lassen (...) Wohl weil Claires Tod alle Geräusche absorbiert hatte und hier kein Mensch mehr war, der noch genug Leben in sich hatte, um Geräusche überhaupt zu hören. (S. 42)


Drei Geschichten werden hier zu einer Erzählung verwoben und bilden nur als ganzes eine fast vollkommene Komposition. Abwechselnd wird hier erzählt aus der Perspektive des alten Baptiste - trauernd am Ende seines Lebens angelangt und nun noch einmal die Möglichkeit ergreifend, etwas Neues zu beginnen, das aber gleichzeitig auch in seine Vergangenheit führt - und aus der Sicht Ellas, der jungen Frau, die auf der Suche nach sich selbst die Welt bereist und in Afrika mit dem Waisenhausprojekt ihre Aufgabe gefunden zu haben scheint. In Algerien angelangt, drängt die Vergangenheit Baptistes zunehmend in den Vordergrund, so dass rückblendend seine Kindheit und Jugend erzählt werden und so als dritter Handlungsstrang eine zunehmende Bedeutung erfahren. 


"Mein Schatz, du hast einmal gesagt, dass Liebe nur für die Lebenden gut sei und der Tod zu profan, als dass er etwas Verklärendes verdiene. Aber nun stehe ich hier und alle Worte, die du je zu mir gesprochen hast, hallen in mir. Jede Berührung, die du mir je geschenkt hast, durchfährt mich. Alle Blicke, die du je für mich erübrigt hast, ruhen auf mir." Baptiste schloss die Augen und beugte sich vor. Er legte sein Gesicht auf Claires Hände, die im Schoß gefaltet waren (...) (S. 80 f.)


Während ich die Passagen um den gealterten Baptiste sehr berührend und oftmals poetisch fand, gelang es mir nicht wirklich, Ella nahezukommen. Sie blieb für mich immer etwas nebulös, und ihre Handlungen waren für mich nicht alle nachvollziehbar. Gelungen fand ich im Großen und Ganzen die Komposition der drei Handlungsstränge, wobei jedoch die Erzählung um das Geschehen in Baptistes Vergangenheit eher als Block eingefügt wurde und damit die anderen Handlungsstränge für diese Zeit komplett beiseite schob und ihnen die Position einer Rahmenhandlung zuwies. Diese akzentuierte Darstellung der Vergangenheit Baptistes habe ich als etwas zu geballt empfunden, auch wenn die Erzählung selbst interessant war. Doch insgesamt war dies eine zauberhafte Lektüre, die für mich dem magischen Realismus in der Tradition südamerikanischer Literatur zuzuordnen ist. Themen wie Freundschaft, Liebe, Loyalität und Verrat werden hier auf spannende Art mit überraschenden Wendungen neu beleuchtet.

Poetisch, berührend und empfehlenswert - das bleibt als Fazit zu benennen.


© Parden

















Der Hockebooks Verlag schreibt über den Autor:

Haroon Gordon, Jahrgang 1969, geboren als Sohn eines Auswanderer-Ehepaares vom indischen Subkontinent, lebt viele verschiedene Leben. Nach seinen erfolgreichen Studien der Musik und Informatik arbeitete er in jungen Jahren unter anderem als Programmierer, Musiker, Lehrer, Musikkritiker, Texter, Produzent, Tontechniker und Dirigent. Während er in seiner Freizeit schon als Jugendlicher am liebsten Flugzeuge mit und ohne Motor flog, taucht er heute gerne Haien hinterher, klettert trotz ungünstigem Kraft-Masse-Verhältnis immer wieder für ihn gefährlich anmutende Steilwände hinauf, verliert aus seiner Sicht viel zu häufig im Squash und Badminton und reist so oft es irgend geht durch die Welt, um möglichst viele Länder und deren Leibgerichte kennenzulernen – nicht ohne seine Reisen in Bild und Blog zu dokumentieren.

übernommen vom Hockebooks Verlag

Samstag, 5. August 2017

Agualusa, José Eduardo: Eine allgemeine Theorie des Vergessens...


Es ist eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Am Vorabend der angolanischen Revolution mauert sich Ludovica, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie lebt von Gemüse, gefangenen Tauben und von einer Hühnerzucht, die sie auf der Dachterrasse wie durch Zauber beginnt, und bekritzelt die Wände in ihrer ausgedehnten Wohnung mit Tagebuchnotaten und Gedichten. Allmählich setzt sich aus Stimmen, Radioschnipseln und flüchtigen Eindrücken zusammen, was im Land geschieht. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor der Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen.

(Klappentext C.H. Beck Verlag)

  • Gebundene Ausgabe: 197 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (21. Juli 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Michael Kegler
  • ISBN-10: 3406713408
  • ISBN-13: 978-3406713408
  • Originaltitel: Teoria Geral do Esquecimento












DREISSIG JAHRE EINSAMKEIT...

Luanda (Angola) 1975

Ludovica ist eine merkwürdige junge Frau, als die Geschichte beginnt. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Schwager in Luanda, in einer großen Wohnung im 11. Stock eines der vornehmsten Häuser der Hauptstadt Angolas. Ludovica lebt nur in diesen vier Wänden, geht niemals raus - und selbst die großzügige Dachterrasse macht ihr Angst, obwohl sich von dort aus ein herrlicher Blick über die Stadt bietet. Ludovicas einziger Freund ist ein weißer Schäferhund, den der Schwager ihr schenkt - und dieser Hund bleibt als einziges bei ihr, als die große Einsamkeit beginnt. Ludovicas Schwester und ihr Mann verschwinden am Vorabend der angolanischen Revolution, und als kurz darauf drei Männer versuchen, in die Wohnung einzudringen, um nach gestohlenen Diamanten zu suchen, erschießt die junge Frau in ihrer Not einen von ihnen. Die Leiche begräbt sie auf der Dachterrasse und beschließt dann, im Gang vor der Wohnungstür eine feste Mauer zu errichten, die sie vor weiteren Gefahren schützen soll.

Dreißig Jahre dauerte der Bürgerkrieg in Angola - der Entkolonisierungskonflikt mit Portugal, gefolgt von einem Stellvertreterkrieg zwischen dem Ostblock und den Westmächten, anschließend noch ein weiteres Jahrzehnt fortgeführt als innerangolanischer Konflikt um die politische Macht und um den Zugriff zu den wirtschaftlichen Ressourcen des Landes. Dreißig Jahre dauert in diesem Roman auch das Martyrium Ludovicas, denn genau dieses Spanne lang bleibt sie hinter der Mauer und versucht unsichtbar und unhörbar zu bleiben. Die Vorräte gehen zur Neige, Wasser und Strom werden abgestellt, doch Ludo weiß sich auf ihre Art zu helfen. Sie baut Gemüse auf der Dachterrasse an, stellt Tauben Fallen, um sie zu anschließend zu braten, fängt Regenwasser auf und kocht auf offenem Feuer, wobei ihr als Heizmaterial zunächst die Möbel dienen, dann die Holzdielen und später - sehr zu ihrem Leidwesen - die zahlreichen Bücher aus der großzügig bestückten Bibliothek.

Doch - und dies erstaunte mich erheblich - ging es hier nicht allein um das Schicksal Ludovicas. Der Klappentext ließ dies vermuten, und die Diskussionen in der Leserunde bestätigten, dass nicht nur ich die Erwartung hatte, dass sich das Geschehen ausschließlich um die selbstgewählte dreißigjährige Gefangenschaft Ludivicas drehen würde. Normalerweise habe ich große Probleme damit, wenn ein Roman meine geschürten Erwartungen nicht erfüllt. Doch in diesem Fall gelang es der Erzählung, mich trotzdem zu fesseln. Mit den Handlungssprüngen zwischen einer Vielzahl von Personen, die - egal welcher Organisation sie angehörten - allesamt Gewalt ausübten in der jeweils beruhigenden Annahme, für das Richtige einzustehen, schafft es José Eduardo Agualusa, so ganz nebenher und auf gerade einmal 197 Seiten dieses dunkle Kapitel der Landesgeschichte zu präsentieren.


"Es gibt Vergangenheiten, die Jahrhunderte überdauern, ohne dass ihnen die Zeit etwas anhaben kann." (S. 145)


Die Vielzahl an Personen und die häufigen Sprünge verwirrten mich zwar manchesmal - was hatte bloß das eine mit dem anderen zu tun? - aber ich  war auch fasziniert von der unglaublichen Erzähldichte. Lakonisch oft der Erzählton, einzelne Szenen in groben Strichen hingeworfen - und doch durchdrungen von einer ganz eigenen Poesie, die mich anrührte. In krassem Gegensatz zu dem Chaos in Angola und seiner Hauptstadt dann die Einsamkeit Ludovicas, die das Vergehen der Zeit in einem Tagebuch festhält und, als es keine Seiten mehr darin gibt, auf den Wänden der Wohnung weiterschreibt.


"Mir wird bewusst, dass ich meine Wohnung zu einem riesigen Buch gemacht habe. Wenn die Bibliothek verbrannt sein wird, wenn ich gestorben sein werde, wird nur noch meine Stimme da sein. Alle Wände in dieser Wohnung sind mein Mund." (S.82)


Agualusa schafft schließlich, was ich nicht für möglich gehalten habe. Er schließt den Kreis, führt alle Handlungsstränge zusammen, lässt keine Frage offen - eine wirkliche Kunst. Selbst eine Taube bekommt ihr eigenes Kapitel und schließt damit noch eine Lücke. Und es gelingt dem Autor auch, all die gewalttätigen Vorfälle, die Jahre voller Blut und Krieg, Armut und Gewalt auf eine Art höhere Ebene zu bringen - der Möglichkeit des Vergessens. Denn nur so kann dem Hass Einhalt geboten werden.


"Ins Paradies kommen Leute, die von anderen vermisst werden. Das Paradies ist unser Platz im Herzen der anderen." (S. 175)


Eine Allegorie präsentiert der in Angola geborene Autor hier in einem Roman von ungeheurer Erzähldichte - tragisch, komisch, grotesk. Trotz seiner Kürze erfordert das Buch die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers, da man ansonsten droht, rasch den Faden zu verlieren. Eine Erzählung, die nachhallt und die m.E. zu Recht auf der Shortlist des International Man Booker Prize 2016 sowie des Dublin Literary Award 2017 stand.


© Parden










Der C.H. Beck Verlag schreibt über den Autor:

José Eduardo Agualusa, 1960 in Huambo/Angola geboren, studierte Agrarwissenschaft und Forstwirtschaft in Lissabon. Seine Gedichte, Erzählungen und Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für seinen Roman "Ein Stein unter Wasser" (1999) erhielt er den Grande Prémio de Literatura da RTP. Auf Deutsch erschienen die Romane „Die Frauen meines Vaters“, „Barroco Tropical“ und „Das Lachen des Geckos“, für den er 2007 den britischen Independent Foreign Fiction Prize erhielt. „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“ stand auf der Shortlist des Man Booker International Prize 2016 und erhält 2017 den hochdotierten International Dublin Literary Award für "A General Theory of Oblivion". Agualusa lebt als Schriftsteller und Journalist in Portugal, Angola und Brasilien.

übernommen vom C. H. Beck Verlag

Dienstag, 1. August 2017

BlogPost Nr. 99: Unsere Neuerwerbungen im Juli 2017


Nachdem im Juni nur Uwe seine neue Bücher vorgestellt hat und Anne aufgrund hartnäckiger technischer Probleme überhaupt nur wenig im Blog präsent war, gab es in diesem Monat doch so einige Neuerwerbungen zu vermelden. Schaut selbst!



Anne Parden




Der Hörverlag hat mir einmal mehr ein Rezensionsexemplar zukommen lassen, wofür ich mich herzlich bedanken möchte. Nachdem ich um die Zusendung des Hörbuchs gebeten hatte, las ich in einer Rezension, dass es günstig sei, parallel dazu das Buch zu lesen, da es aufgrund der Komplexität der Sätze ansonsten schwierig sein könnte, dem Text zu folgen. Also habe ich mir der Empfehlung entsprechend auch das Buch zugelegt...

Antwerpen, Hauptbahnhof, Salle des pas perdus im Jahr 1967. Dem Erzähler fällt ein Mann auf, der eingehend die Architektur des Gebäudes betrachtet. Die beiden Herren kommen ins Gespräch und verabreden sich für den nächsten Tag. Aus dem zufälligen Zusammentreffen wird ein über 30 Jahre andauerndes Gespräch an verschiedensten Orten Europas. Zwischen London, Paris und Prag erzählt der Kunsthistoriker Austerlitz seine Geschichte: die Geschichte einer verlorenen Kindheit, die sich bruchstückhaft und nach und nach zu der eines Überlebenden einer der schlimmsten Katastrophen der Menschheit zusammensetzt.






Geburtstage bringen es mit sich, dass oftmals auch das Bücherregal Zuwachs erhält. Von einem lieben Freund bekam ich dieses Büchlein geschenkt, das hier im Blog auch schon besprochen wurde. Darauf bin ich sehr gespannt!

1910. Die junge Clara Schimmelpfenninck wird wegen hysterischer Atemnot ins Dresdner Lahmann-Sanatorium auf dem "Weißen Hirschen" geschickt. Nach sechs Wochen ist sie symptomfrei, aber zu Tode gelangweilt. Da wird sie zu einem Ausflug ins nahe Moritzburg eingeladen.
Im Sommerkleid streift sie durch die herrliche Schilflandschaft. Prompt wird sie von einem Mann mit fein geschnittenem Gesicht und energischer Stimme angesprochen. Ob sie sich nicht zu ihm, Kirchner, und seinen Freunden gesellen möge. Die Männer und Frauen picknicken dort, trinken Wein und arbeiten an ihren Staffeleien – in einer Art und Weise, wie Clara es noch nie erlebt hat. Und so verbringt sie einen unvergesslichen Sommertag in der Künstlerkolonie "Die Brücke".


Passend zu dem oberen Geschenk war auch noch dieser beeindruckende Bildband im Paket des Freundes. Da gilt es nun, einen Maler zu entdecken, mit dem ich mich bislang noch nie beschäftigt habe. Ich bin neugierig!

Eine Werk- und Lebensbiografie als Lese-Bilder-Buch: informativ wie ein Sachbuch, spannend wie ein Krimi, unterhaltsam wie ein Bestseller, bebildert wie ein Kunstbuch! Darüber hinaus zuverlässig recherchiert und wissenschaftlich kommentiert. 1917 vermittelten die Großeltern von Lucius Grisebach in Jena den Aufenthalt Ernst Ludwig Kirchners in Davos, wo ihn die Urgroßeltern aufnahmen. Der Autor ist seit Kindes beinen mit dem Werk des ›Brücke‹-Künstlers vertraut. In der Berliner Nationalgalerie richtete er bereits 1980 eine Kirchner-Retrospektive aus. Im Abstand von 30 Jahren legt er nun anlässlich einer Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg einen Band vor, der die Ergebnisse seines lebenslangen Forschens zusammenfasst und als Standardwerk der Kirchner-Literatur gelten kann. Mit einem Vorwort von Toni Stooss, dem Direktor des Museums der Moderne.

Übrigens hat der Freund das Buch ebenfalls. ;)



Buch mit 30 Kunstpostkarten: Escher, M. C.M. C. Escher. Graphik und Zeichnungen: 25 Jahre TASCHEN Meine Freundin schenkte mir ebenfalls einen Bildband zum Geburtstag - allerdings zu einem anderen Maler. Von Escher habe ich schon manches Bild gesehen, aber dieser antiquarische Band versammelt sie eben alle. Und passend zum Bildband erhielt ich von meiner Freundin auch noch ein kleines Buch von Escher mit 30 Kunstpostkarten.

M. C. Escher ist kein Surrealist, der uns in seine Traumwelt hineinzieht, sondern ein Baumeister vollkommen unmöglicher Welten, die das strukturell Undenkbare darstellen, als sei es ein Naturgesetz. Die daraus entstehenden dimensionalen und perspektivischen Illusionen konfrontieren uns mit den Grenzen unserer Sinneswahrnehmung.




Gegen ein doppeltes Buch eines anderen Titels tauschte ich dieses farbenfrohe Exemplar ein, worüber ich mich sehr freue!

Jende Jonga, ein in New York lebender kamerunischer Einwanderer, ist auf der Suche nach einem besseren Leben für sich, seine Frau Neni und den sechsjährigen Sohn in die USA gekommen. Jende kann sein Glück kaum fassen, als er im Herbst 2007 den Job als Fahrer von Clark Edwards ergattert, einem leitenden Manager bei Lehman Brothers. Clark verlangt Pünktlichkeit, Diskretion und Loyalität – und Jende will um jeden Preis gefallen. Clarks Ehefrau Cindy bietet Neni sogar an, in den Ferien im Sommerhaus der Edwards in den Hamptons als Nanny zu arbeiten. Endlich können Jende und Neni in Amerika Fuß fassen, sie malen sich ihre Zukunft in den buntesten Farben aus. Doch die Welt der Mächtigen und Reichen birgt verstörende Geheimnisse, und schon bald entdecken Jende und Neni feine Risse in der Fassade ihrer Arbeitgeber. Als der Zusammenbruch der Lehman Brothers die Finanzwelt erschüttert, versuchen die Jongas verzweifelt, Jendes Job zu retten – auch um den Preis ihrer Ehe. Das Leben der beiden Paare wird dramatisch auf den Kopf gestellt: Jende und Neni sehen sich gezwungen, eine unmögliche Entscheidung zu treffen.


Ebenfalls ertauscht habe ich dieses Buch, auf das ich schon so lange neugierig bin!

Die Freunde Byron und James sind elf Jahre alt, als sich alles für immer verändert. Niemand sieht das Mädchen mit dem roten Fahrrad. Nur Byron, der mit seiner schönen Mutter im Wagen sitzt, als der Unfall im dichten Nebel geschieht. Byron weiß sofort: Er darf keinem etwas davon erzählen. Doch in nur zwei Sekunden ist die ganze Welt aus den Fugen geraten, und er braucht James an seiner Seite. Können zwei Sekunden existieren, die es vorher nicht gab? Und wird ihre perfekte Welt jemals wieder in den Takt kommen? Eine tief berührende Geschichte über Zerbrechlichkeit und Wahrheit, Freundschaft und Liebe und zwei lebenslange Sekunden.


Diesen Thriller gewann ich im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks, nachdem mich der Klappentext und die Leseprobe sehr ansprachen... Wenn du das perfekte Leben lebst, hast du alles zu verlieren.

Alison hat sich ihr perfektes Leben hart erarbeitet. Sie ist verheiratet mit Jeff, hat ein schönes Haus und eine kluge Tochter: Katherine, das Zentrum von Alisons Welt. Doch dann endet Alisons Leben, so wie sie es kennt. Ein Fremder steht vor der Tür und offenbart ihr eine schreckliche Wahrheit. Vor fünfzehn Jahren wurden seine und ihre Tochter im Krankenhaus vertauscht. Und damit nicht genug. Katherine droht wahres Unheil …



Über 'Blogg dein Buch' erreichte mich dieses eBook als Rezensionsexemplar, auf das ich unsagbar neugierig bin, da es bislang ausgesprochen gute Bewertungen erhalten hat. Ich hoffe, mich kann der Roman auch begeistern...

Eines Abends ist er einfach da. Baptiste, der scheue, junge Mann, von dem niemand in der verschlafenen Ortschaft in der Provence weiß, woher er gekommen ist. Und er scheint dort sein Glück zu finden, bis Jahrzehnte später seine verschwiegene Vergangenheit aufersteht. Mit aller Macht ziehen ihn die Erlebnisse vergangener Tage wieder in ihren Bann, und mit ihnen die Erinnerungen an Abda, das längst vergessene Frauengefängnis in der algerischen Wüste, in dem eine ungewöhnliche, tiefe Freundschaft, aber auch sein dunkelstes Geheimnis begraben liegen. Eines, das in einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit immer weiter an die Oberfläche drängt …



Ebenfalls ausgesprochen gute Bewertungen hat dieser Debütroman erhalten, den mir eine liebe Freundin schenkte. Ich bin wirklich gespannt auf das Buch, unter dem ich mir bisher nichts rechtes vorstellen kann. Aber irgendeinen Grund für die Begeisterungsstürme muss es ja geben...

Hoch über den Dächern der Stadt sitzt der Ich-Erzähler, bereit zum Sprung. In seiner Tasche: eine alte Pistole und Briefe an eine geheimnisvolle, devote Flamenco-Tänzerin, die er im Internet über ein Dating-Portal kennengelernt hat. In zwei zusammenlaufenden Handlungssträngen erzählt er von seiner Affäre und von den Menschen, die ihm begegneten. Er schildert seinen Blick auf die Welt, seinem Weg aus Leichtigkeit und Unbekümmertheit in die Fesseln der Verantwortung und dem Versuch, dieser Gewissenhaftigkeit zu entfliehen. Dabei sucht er melancholisch, wütend und fragend das Wesen der Liebe, um an den Kern der menschlichen Seele vorzudringen. In seinen Gedanken dealt er deshalb mit dem Teufel.




Für Fans der Welt des Harry Potter ist dieses Buch ein Muss. Mein Sohn schenkte es mir zum Geburtstag und hat mir damit eine große Freude gemacht - die Verfilmung jedenfalls war genial!

Der Magizoologe Newt Scamander will in New York nur einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Doch als sein magischer Koffer verloren geht und ein Teil seiner phantastischen Tierwesen entkommt, steckt Newt in der Klemme – und nicht nur er. Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind: Das Originaldrehbuch, nach Motiven aus dem gleichnamigen Hogwarts-Schulbuch, ist das Drehbuchdebüt von J.K. Rowling, Autorin der heiß geliebten und weltweit erfolgreichen Harry-Potter-Serie. Dieses Abenteuer, mit seinen außergewöhnlichen Figuren und magischen Geschöpfen, sprüht vor Ideen und ist große Erzählkunst, die ihresgleichen sucht. Es ist für alle Filmliebhaber und Leser ein absolutes Muss – für eingeschworene Fans wie für jeden Muggel, der die Magische Welt zum ersten Mal betritt.


Gelegentlich bekommt man bei 'Was liest du?' die Möglichkeit, die sich im Laufe der Zeit ansammelnden Punkte gegen Prämien einzutauschen. Jetzt war es wieder so weit, und tatsächlich konnte ich dieses Buch ergattern, auf das ich schon lange neugierig bin.

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock. Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden. China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.
Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?


Ebenfalls bei 'Was liest du?' als Prämie eingetauscht habe ich dieses Buch, das eine lockerleichte Lektüre verspricht. Ich bin gespannt!

Aus einer Schnapsidee heraus bemühte sich Petra Hartlieb im Urlaub gemeinsam mit ihrem Mann um eine gerade geschlossene Traditions-buchhandlung in Wien – und bekam überraschend den Zuschlag. Von einem auf den anderen Tag kündigte sie ihren Job und begann mit ihrer Familie ein neues Leben in einer neuen Stadt, ohne zu wissen, worauf sie sich einlässt ...
In diesem Buch erzählt sie ihre eigene Geschichte und die ihrer Buchhandlung. Einer Buchhandlung, die zum Wohnzimmer für die eigene Familie wird, und zum Treffpunkt für die Nachbarschaft. Mit Stammkunden, die zu Freunden werden, und Freunden, die Stammkunden sind. Petra Hartlieb erzählt in einem schlagfertigen und humorvollen Ton, der jede Zeile zu einem großen Vergnügen macht und jedes Kapitel zu einer Liebeserklärung an die Welt der Bücher.


Und auch dieses Buch war eine Prämie bei 'Was liest du?', die ich ergattern konnte. Ich freue mich sehr auf diesen neuen Thriller von Fitzek...

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht. Sie haben 80 Millionen Feinde. Werden Sie die AchtNacht überleben? Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt. Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst. Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief. Und Ihr Name wurde gezogen!


Ein Rezensiosexemplar vom Harper Collins Verlag erreichte mich freundlicherweise. Herzlichen Dank dafür! Und ich bin neugierig auf mein erstes Buch von diesem Autor, von dem ich schon so viel Positives gehört habe...

1. Gebot: Keine voreiligen Schlüsse

Seine Nachbarn halten Evan Smoak für einen harmlosen Verkäufer von Industriereinigern. Dabei ist er eine der tödlichsten und geheimsten Waffen der US-Regierung: ein Absolvent des Orphan-Programms, in dem Waisenkinder zu hocheffizienten Killern ausgebildet wurden.

4. Gebot: Es ist nie persönlich

Nach Jahren des Mordens im inoffiziellen Regierungsauftrag, ist Evan in den Untergrund gegangen. Er hilft nun den Verzweifelten, die mit ihren Problemen nicht zur Polizei gehen können - mit allen Fähigkeiten, die ihm zur Verfügung stehen. Dabei hält er sich strikt an seine eigenen Gebote. Doch diesmal bricht er eine der Regeln und sein Auftrag entwickelt sich zur Katastrophe. Nun muss er gegen ein Gebot nach dem anderen verstoßen, damit das allerwichtigste unangetastet bleibt:

10. Gebot: Lasse niemals einen Unschuldigen sterben


Im Rahmen einer Verlosung bei Lovelybooks gewann ich dieses Buch. Ich bin sehr gespannt auf diese Sammlung von Haikus.


„Haiku heute“ ist ein Projekt zur Förderung des deutschsprachigen Kurzgedichts. Die Netzpräsenz www.Haiku-heute.de erstellt aus der Vielzahl an eingereichten Texten jeden Monat eine Auswahl nach literarischen Gesichtspunkten. Die Jahrbücher, von denen hier das vierzehnte vorliegt, versammeln davon die interessantesten Haiku jedes Jahres und geben so einen Überblick zum Stand der deutschsprachigen Haiku-Dichtung. Zusätzlich werden im Jahrbuch auch in anderen Foren veröffentlichte Haiku und nur für das Jahrbuch eingereichte Haiku aufgenommen.



Im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks gewann ich dieses Buch, auf das ich mich ebenfalls schon sehr freue!

Es ist eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Am Vorabend der angolanischen Revolution mauert sich Ludovica, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie lebt von Gemüse, gefangenen Tauben und von einer Hühnerzucht, die sie auf der Dachterrasse wie durch Zauber beginnt, und bekritzelt die Wände in ihrer ausgedehnten Wohnung mit Tagebuchnotaten und Gedichten. Allmählich setzt sich aus Stimmen, Radioschnipseln und flüchtigen Eindrücken zusammen, was im Land geschieht. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor der Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen. José Eduardo Agualusa hat mit seinem wunderbaren, dicht und spannend gewobenen Roman, der das Fantastische der Wirklichkeit und eine Art höhere Gerechtigkeit beschwört, unvergessliche Szenen geschaffen, tragisch, komisch, grotesk. Dieser Roman feiert die Kunst des Erzählens selbst.



KaratekaDD





Den sah ich vor kurzem in einer Neuauflage. Den Struwwelpeter. Günstig zu erwerben und irgendwie in einen deutschen Bücherschrank gehörend.

Es streiten sich die Geister, die Blogger, und andere, ob die Geschichten des Dr. Hoffmann nun zeitgemäß sind oder nicht. Doch wer mit dem Zappelphilipp aufgewachsen ist, sieht das wohl etwas anders.







Achtzehn Bände hat die Reihe mit Dresdner Geschichten. Band 1 bis 12 und Band 18 stehen schon länger im Regal. Es fehlen also noch 15, 16 und 17. Die Masse dieser Bände habe ich im Dresdner Bücherjungen bereits vorgestellt. Bei mit heißt bibliophil eben auch Lexika-affin.