Freitag, 31. Mai 2013

Lorenz, Erik: Liselotte Welskopf - Henrich und die Indianer

Eine faszinierende Frau
Meine Rezension zu Erik Lorenz´ Sachbuch
Liselotte Welskopf-Henrich und die Indianer
(zuerst veröffentlicht unter buchgesichter.de am 22.01.2011)

Sie muss eine faszinierende Frau gewesen sein: Elisabeth Charlotte Henrich (1901 -1979), Althistorikerin und Schriftstellerin. Ich denke, vielen Lesern, zumindest in den östlichen Ländern der Bundesrepublik war sie „nur“ wegen ihrer „Indianerbücher“ bekannt.

Als Tochter eines Rechtsanwaltes in München machte sie 1921 ihr Abitur in Berlin und studierte dann Ökonomie, Alte Geschichte und Rechtswissenschaften an der Friedrich-Wilhelm-Universität (heute Humboldt Universität). Ab 1928 bis 1945 arbeitete sie im statistischen Reichsamt und war im Widerstand engagiert. Hierbei lernte sie Rudolf Welskopf, ihren späteren Ehemann kennen.

Schon als Kind beschäftige sie sich mir den indianischen Völkern insbesondere Nordamerikas. In einem Aufsatz schrieb sie, dass schon ihre Mutter sie aufforderte, den LEDERSTRUMPF zu lesen, dies wäre ein wertvolles Buch.

Nach dem Krieg habilitierte sie mit Arbeiten über das antike Griechenland und wurde auch international eine angesehene Wissenschaftlerin. Als Liselotte Welskopf-Henrich arbeitete sie als erfolgreiche Autorin und schrieb eine Reihe von Romanen auch autobiografischen Charakters.




Quelle
Ihr Hauptaugenmerk galt den nordamerikanischen Prärieindianern und unter diesen den Oglala-Lakota. Bereits 1951 wurde der Roman DIE SÖHNE DER GROSSEN BÄRIN verlegt, der später erweitert wurde um die Kinder- und Jugendgeschichte des Hauptprotagonisten Harka.

Nachdem die Autorin selbst die Pine Ridge Reservation besucht hatte, schrieb sie eine Fortsetzung, die einhundert Jahre später handelt. DAS BLUT DES ADLERS.

Aber über diese beiden Werke habe ich schon umfassend geschrieben. Der junge Autor Erik LORENZ legt nun hier ein biografisches-bibliografisches Buch vor, in dem er die Wissenschaftlerin und Schriftstellerin gleichermaßen würdigt. Dem Leser erschließt sich der Hintergrund für die Indianergeschichten neuerer Art, welche sich wohltuend von den Romanen Karl Mays oder auch verschiedenen Westernfilmen abheben. Er oder sie lernt aber auch die Wissenschaftlerin kennen, deren Kenntnisse über das alte Griechenland in verschiednen internationalen Werken verarbeitet wurden.

Das Buch wird sich vor allem dem Leser als sehr kurzweilig darstellen, der die Werke der Schriftstellerin kennt. Aber, lest die Geschichten und Rezensionen zu den genannten Büchern und vielleicht ist dann auch dieses Buch für euch interessant.

► Liselotte Welskopf Henrich in der wikipedia
► Liselotte Welskopf-Henrich bei Litterae-Artesque (Autorenseite)

DNB / Palisander Verlag / Chemnitz 2010 / ISBN: 978-3-938305-14-0 / 256 S.


©KaratekaDD (aktualisiert 25.06.2016)




Kommentare:

  1. Ich kannte diese Schriftstellerin bisher überhaupt nicht - was du schriebst, klingt aber sehr interessant.
    Ich denke, ich werde mir mal ein Buch von ihr besorgen!
    Gruß
    TinSoldier

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    1. Da kommt noch einiges dazu. Ich würde dir ja zu "Die Söhnen der Großen Bärin" (Jugendbuch) raten, aber die modernere (Fortsetzungs-)Geschichte "Das Blut des Adlers" verlangt das nicht zwingend.
      Oder du suchst eine Unibibliothek auf und liest etwas aus "Die Hellenistische Polis – Krise – Wandlung – Wirkung" oder "Die Muße als Problem im Leben und Denken der Hellenen von Homer bis Aristoteles"...
      Salve dem Mitstreiter aus Unna.

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  2. Hab ich doch im Dschungel des WWW eine Nachricht des Autors gefunden. Sie stammt vom 20.08. 2013.

    "Lieber Herr Rennicke,

    bin gerade längerfristig in Südostasien unterwegs und nur kurz im Netz, daher in aller Kürze: Vielen Dank für Ihre freundlichen Besprechungen sowohl meines LWH-Buchs als auch besonders der Neuausgabe von "Das Blut des Adlers". Der Verlag hat da sehr viel Herzblut - und fürs erste auch Geld - hineingesteckt, und gerade bei einer Neuherausgabe jahrzehntealter Bücher ist es nicht einfach, Aufmerksamkeit zu generieren. Schön, dass Sie erkannt haben, dass die Bücher es verdient haben, nicht vergessen zu werden ...

    Herzliche Grüße, Erik."

    Das freut einen doch.

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    1. Das klingt doch nett! Und schön, dass auch immer wieder Autoren auf diesen Blog hier aufmerksam werden...

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