Montag, 31. Juli 2017

BlogPost Nr. 98: Zusammenfassung der Beiträge im Juli 2017


Durch Urlaubszeit und Probleme mit dem Internet waren es im Juni weniger Beiträge als sonst, aber im Juli haben wir wieder mehr Gas gegeben. Sicher findet sich hier wieder unsere berühmte bunte Mischung...




Wie gewohnt gab es zu Beginn des Monats wieder zwei BlogPosts - Nr. 96 zeigte die Zusammenfassung unserer Beiträge im Vormonat, Nr. 97 präsentierte unsere Neuerwerbungen im Juni.



Unterhaltsames stellte UWE zu Beginn des Monats vor, diesmal ist es ein Hörbuch gewesen, für das es inzwischen auch den Kinofilm gibt, der momentan läuft. Jan Weiler erzählt von seiner schwer pubertierenden Tochter in DAS PUBERTIER. Möge der Film ähnlich amüsant sein, wie das ziemlich kurze Hörbuch. Hier geht es zur Rezension. PS: Der Film war amüsant, aber beim Hörbuch habe ich mehr glacht




Danach präsentierte UWE seine diesjährige Irlandreise per Boot in Form von Fotocollagen, den sicher noch mal ein "Fotoalbum" folgt. 250 Kilometer auf dem Shannon mit Ausgangspunkt Athlone. Die Stadt liegt ziemlich genau in der Mitte Irlands. Dieser Post zeichnet die Fahrt nach.



Eine Mischung aus Buchvorstellung und ergänzenden eigenen Fotos bot UWE uns dann...In diesem Fall war KaratekaDD auf Entdeckungsreise in seiner Heimatstadt und erkundete Hellerau. Der FotoPost zum Foto- und Geschichtsbuch.



Aber auch Anne war wieder mit von der Partie. Als Erstes stellte sie einen Thriller vor, der eigentlich gar keiner ist und der damit für sie eine Enttäuschung war. Die Idee mit den vertauschten Kindern und dem möglicherweise tödlichen Gen hätte Potential für ein wirkliches Drama gehabt, zur Anbahnung eines Thrillers, der sich erst im letzten Viertel zeigte, war sie wohl weniger geeignet. BIS DU ALLES VERLIERST von Adele Parks klang so vielversprechend und war letztlich leider nur eine Mogelpackung. Wirklich schade.



Anne nimmt ab August an einer neuen Challenge von Cluades Schatzkiste teil: Die Farbenchallenge... Man darf gespannt sein, wie viele passende Bücher Anne innerhalb eines Jahres lesen wird.



Auch das gehörte Buch kam bei Anne nicht zu kurz. HINTER DER BLAUEN TÜR ist ein ganz besonderes Jugendbuch. Wenn die Geschichte oberflächlich gehört wird, seht die spannende Erzählung im Vordergrund und die Bilder, die Marcin Szcygielski hier heraufbeschwört, gerade auch bei der fanatasievollen und atmosphärischen Schilderung der Silberwelt. Doch bei genauerem Hinhören gibt es da noch tiefere Bedeutungen zwischen den Zeilen - und beides hat seinen Reiz.



Mit LASST UNS SCHWEIGEN WI E EIN GRAB hat Anne noch ein besonderes Jugendbuch gelesen. Eine unterhaltsame Krimi-Komödie präsentiert Julie Berry hier - authentisch und glaubhaft versetzt in das Viktorianische Zeitalter und mit viel Humor, auch schwarzem. Hanni und Nanni? Mitnichten. Ein wenig wie eine Mischung aus Monty Python, Miss Marple und Charles Dickens. Irgendwie. Und mit einer guten Prise Emanzipation, denn die Schülerinnen träumen von ganz anderen Dingen, als Eltern und Gesellschaft ihnen zubilligen wollen. Spannend, humorvoll, augenzwinkernd und charmant zu lesen in seinem viktorianischen Gewand...


Bereits den vierten Band der Reihe hat Anne mit CYBERWORLD 4.0 - THE SECRETS OF YONDERWOOD gelesen. Was hat Nadine Erdmann sich da wieder ausgedacht? Dass es ihr an Phantasie nicht mangelt, hat sie ja bereits in den vorherigen drei Bänden hinlänglich bewiesen, aber das hier war wieder ganz großes Kino. Dabei fliegen die Seiten dank des überaus flüssigen Schreibstils wieder einmal nur so vorbei, und zusätzlich bedient Nadine Erdmann hier überaus gekonnt die gesamte Klaviatur der Emotionen. Neugierde, Spannung, Spaß, Ärger, Wut und Berührtsein geben sich hier beim Lesen die Klinke in die Hand. Wieder einmal empfehlenswert!



Eine ungewöhnliche Anthologie ist MITTEN INS GESICHT, ein außergewöhnliches Zeitdokument. Mitten im Gefecht des Ersten Weltkrieges haben seinerzeit junge, französische Intellektuelle die ihnen kürzest mögliche Form verwendet, um das Unfassbare, das grauenhafte Geschehen eines menschenverachtenden Krieges zu dokumentieren: die Haiku-Dichtung. Stefan Wolfschütz hat diese Sammlung zusammengetragen, und in Annes Augen ist es lohnenswert, solcherlei Schätze zu sammeln und sich davon berühren zu lassen.

 
Etwas Humorvolles für zwischendurch las Anne dann mit MACH MIR DEN GARTEN, LIEBLING! von Ellen Berg. Schräge, überspitzte Charaktere, witzige Schlagabtausche und ein wenig Spannung lassen einen durch die Seiten hindurchschmunzeln und -kichern. Vorhersehbar? Klar. Klischeebehaftet? Natürlich. Und ein bisschen Liebe darf selbstredend auch nicht fehlen. Aber ab und zu tut solch ein Buch einfach gut. Unkompliziert, Happy End garantiert, und ein Plädoyer für mehr Lebenslust bekommt der Leser noch obendrauf. Anne hat es für ein paar Stunden gut unterhalten, und das war genau das, was sie sich von dem Buch erhofft hatte!



Ein Hörbuch für Kinder stellte Anne dann vor: EIN NEUES ZUHAUSE FÜR DIE KELLERGEIGERS von Jean-Claude Grumberg. Dieses Kinderbuch (empfohlenes Alter: ab 8 Jahren) schafft Verständnis und Mitgefühl für die Vertriebenen und verdeutlicht, dass Flüchtlinge nicht anders sind als wir selbst, und das jeder Mensch den Wunsch und das Recht auf ein glückliches Leben in Würde und Anerkennung hat. Für Anne ein besonderer Fund...


Die Hauptbeschäftigung des Karateka ist momentan eine Serie, die auf einer scheinbar endlosen Buchreihe, dem LIED VON EIS UND FEUER, beruht: Game of Thrones heißt die Serie, die inzwischen 70 Folgen in sieben Staffeln aufweist.

Doch dies hier ist keine Rezension, es handelt sich mal wieder um Gedankenspiele.


Bleiben wir bei Fantasy und erwähnen direkt noch mal die RUNENZEIT von Mark Bredemeyer. Neben der Einführungsseite gibt es jetzt auch die kurze Rezension zu LEGION DER DONNERGÖTTER. Wer die Reihe bisher verfolgt hat, der ahnt vermutlich um was für "Hagelianer" es sich hier handelt.
Alternativwelt als Zeitreise. Der Krieg um Germanien hat unzählige Literatur darüber hervorgebracht. Aber noch nie las ich, dass ein Autor, auch nicht ein Fantasy-Autor das Jahr 9 u.Z. mit einem Jungen in Verbindung bringt, der ungefähr um diese Zeit in einem Stall bei Bethlehem geboren sein soll.

Es war die Zeit, in der der Kaiser Augustus die "Volkszählung" in seiner Provinz Syria wollte und einige Jahre später von Quintilius Varus seine Legionen wieder haben wollt. Wie er die verloren hat, gibt es hier zu lesen. Auf fantastische Art.

Sonntag, 30. Juli 2017

Bredemeyer, Mark: Runenzeit... (4)


Legion der Donnergötter



In den Besprechungen der vorangehenden Bände habe ich bereits erwähnt, dass es zunehmend schwerer wird, etwas zum Inhalt zu schreiben, da die Spoiler immer deutlicher werden. Wer die Geschichte bisher hier verfolgt hat, der kann vielleicht schon am Titel erkennen, es sind wohl mehr als zwei Blitzschleuderer am Werk, als Witandi und Bliksmani.

Band 4 erzählt nun von der eigentlichen Schlacht im Teutoburger Wald, die hier den germanischen Stämmen ziemlich schwer gefallen wäre, wenn sie da nicht eine gewisse Unterstützung gehabt hätten.
Die Schlacht gegen die Legionen des Varus nimmt den größten Teil des Buches ein.

Die Verbindungen zum 21. Jahrhundert werden immer enger, und Mark Bredemeyer bringt einen neuen Fakt in die Geschichte ein, nämlich die Existenz eines gewissen Jesus von Nazareth, den in Germanien eigentlich keiner kennt, wären da nicht ein gewisser Leon, Arminius, ein paar andere und MARco BODwig...


* * *

Gegen die doch recht eigenwilligen und trotzdem verbündeten germanischen Stämme steht (etwas abseits) im Teutoburger Wald eine gewaltige römische Streitmacht.

"Man geht davon aus, dass die Streitmacht die drei Legionen XVII, XVIII, XIX, drei Alen (Reitereinheiten) und sechs Kohorten mit insgesamt 15.000 bis 20.000 Soldaten, dazu 4000 bis 5000 Reit-, Zug- und Tragtiere, umfasste, deren Zug 15 bis 20 km lang gewesen sein muss." 
(wikipedia)

Kenotaph
Mit dabei ist der Centurio der XVIII. Legion Marcus Caelius, dessen Name uns nur bekannt ist durch den Kenotaph, den man in der frühen Neuzeit bei Xanten fand. Vermutlich gefallen in der Varusschlacht, setzt Mark Bredemeyer dem Veteranen ein Denkmal und beschreibt mit ihm so manch interessante Aspekte im Leben und Kampf der römischen Legionen.

Dabei geht er gelegentlich ins Detail, wenn er erzählt, dass viele durch Schwertstreiche oder Lanzenstiche nicht tödlich verwundete Krieger oder Legionäre starben, weil die Waffen vorher in den Eingeweiden anderer steckten und damit Coli- und andere Bakterien übertragen wurden. 

Die Annalen des Leon Hollenbeck dürften wohl keinen genauen Aufschluss über den immer noch umstrittenen Ort der Schlacht geben, wir werden wohl bei Tacitus bleiben müssen.

„ductum inde agmen ad ultimos Bructerorum, quantumque Amisiam et Lupiam amnis inter vastatum, haud procul Teutoburgiensi saltu in quo reliquiae Vari legionumque insepultae dicebantur.“

„In einem Zug ging das Heer von dort bis zu den entferntesten Brukterern, und verwüstete alles zwischen Ems und Lippe, nicht weit vom Teutoburger Wald, wo, wie man sagte, die Überreste des Varus und seiner Legionen unbestattet lagen“ 
(wikipedia)


Zumindest aber hat sich Bredemeyer einer Theorie zugewandt und zu dieser das folgende Kartenbild als Anhang eingeführt:

Seite 544

* * *

So dominierend der Einfluss unserer Zeitreisenden im Buch auch wird, es bleibt auch ein Geschichtsbuch, welches zwar bestimmt nicht geeignet ist, im Geschichtsstudium an einer Universität eine Rolle zu spielen, aber zumindest Interesse an geschichtlichen Epochen und Episoden zu wecken.


Runenzeit - Gesamtseite
DNB / EDITA – Dresdner Buchverlag / Dresden, 2014 / ISBN: 978-3-943450-28-6 / 544 S.

© KaratekaDD

Samstag, 29. Juli 2017

Bredemeyer, Mark: Runenzeit


RUNENZEIT: 
Fantastischer Zeitreiseroman
 mit genauer Betrachtung der Lebensweise der germanischen Stämme 
von Mark Bredemeyer.











Band 1: ► im Verlag  ► Rezension:  Im Feuer der Chauken
Band 2: ► im Verlag  ► Rezension:  Krieg um Germanien
Band 3: ► im Verlag  ► Rezension:  Der Aufstieg des Arminius
Band 4: ► im Verlag  ► Rezension:  Legion der Donnergötter
Band 5: ► im Verlag  ► Rezension:  Schicksalsrunen
Band 6: ► im Verlag  ► Rezension:  Der ewige Cherusker


zum Verlag

Es war ein Buchmessengespräch auf der Dresdner Schriftgut, welches mich auf die Romanreihe aufmerksam machte. Da der Verlag gehört zu den von mit bevorzugten, hauptsächlich auch wegen der Angebote im Dresdner Buchverlag  (das Label gehört auch zu Salomo Publishing).

Beim Betrachten der Buchreihe im Buchmessen-Regal fiel ein Band besonders auf:
Es ist das Cover des zweiten Bandes, welches im Gegensatz zu den anderen fünf Bänden klar macht, hier geht es nicht mit rechten Dingen zu, denn zur Zeit der Runen wäre das als Kalaschnikow bekannte und meistproduzierte Sturmgewehr AK 47 ein gewaltiger Fremdkörper gewesen.

Wie kommt eine solche Waffe in die Zeit der letzten Regierungsjahre eines Kaisers namens Augustus, in die Zeit, da in der römischen Provinz Syria der Keim einer neuen monotheistischen Religion entsteht? Da gibt es nur eine Lösung und die heißt, da muss jemand durch die Zeit gereist sein...
Und nicht nur das...


Runenzeit. Aber auch mit den Runen ist das so eine Sache. Die Hagedisen (Hexen), welche dafür sorgen das der "Nadarwinna" und sein Gegenpol zu Beginn der Zeitrechnung im Lande der Germanen auftauchen, sind sie eigentlich noch nicht bekannt. Laut Wikipedia stammen die ersten Runenfunde zwar aus dem Beginn der Zeitrechnung, das bekannte ältere und jüngere Futhark, bzw. die Verwendung als Handschrift stammt aus späteren Jahrhunderten.


Berthelsmann-Lexikothek (Band 12 / 1996)

Runen, german. Schriftzeichen, ursprüngl. in Holz geritzt, später auch in Stein, Elfenbein u.ä. ge­ schnitten, fast nur für Inschriften u. dgl. benutzt, erst in später Zeit u. nur in Skandinavien auch zur Abfassung von Handschriften verwendet. Vermut­ lich in den Jahrhunderten v. Chr. nach dem Muster südeurop.-nordalpiner Alphabete gebildet; zu­ nächst zu einem Alphabet von 24 Zeichen entwik­ kelt (gemeingerman. R., nach den ersten sechs Buchstabenzeichen Futhark genannt), später durch fries. Einfluß u. in England zu 28 Zeichen erweitert (angelsächs. R.), in Skandinavien durch Vereinfachung auf 16 Zeichen verkürzt (skandi­nav. R.).

Es ist eine spannende Geschichte in sechs einzelnen Romanen.

Mark Bredemeyer bei Salomo Publishers 


© KaratekaDD






Freitag, 28. Juli 2017

Tausende Seiten / Endlose Filmmeter

Fantasy? Drachen? Werwölfe? Vampire? Orks? Weiße Wanderer? 
Schattenwölfe? Götter? Titanen? Giganten? 
Zyklopen? Sirenen? Zwerge? Elfen? Elben? 

Was unterscheidet die Mythologien der Menschen von vor tausenden Jahren von den Mythologien der Schriftsteller des 20. und 21. Jahrhunderts? 

Sie faszinierten mich, die griechischen, die germanischen, die nordischen Götter und Heldensagen. 


DER HERR DER RINGE


Und dann kam Tolkien. Es wurde ein Film angekündigt. Riesiger Aufwand. Es war der Beginn des 21. Jahrhunderts. DER HERR DER RINGE - DIE GEFÄHRTEN führte zu den Büchern und es tat sich eine neue Welt auf, die der Altphilologe J.R.R.Tolkien in vielen Jahren erfand. Unverfilmbar. (?)Irgendwann gab es mal einen Trickfilmversuch. Aber nun fand ich den Weg ins Kino für DIE GEFÄHRTEN, DIE ZWEI TÜRME und DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS. Ein paar Jahre später wurde ein Teil der Vorgeschichte, DER HOBBIT ebenfalls verfilmt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits eine Reihe der tolkienschen Bücher verschlungen.

J.R.R. Tolkien erfand nicht nur eine Fantasy-Geschichte, er erfand die Geschichte verschiedener Völker und sogar eine Sprache dazu, die Elbensprache. Eine literarische Mythologie. Also doch Fantasy?




GAME OF THRONES

Es war der Hinweis eines Sportfreundes, der palettenweise Herr-der-Ringe-Bücher orderte und diese bevor der erste Film in den Kinos kam den Buchhandlungen zukommen lies. Er war Buchhändler.

Vor einigen Tagen dann lies ich mich mal wieder überreden und nun läuft eine Folge nach der anderen, momentan die fünfte von sieben Staffeln a 10 Folgen von GAMES OF THRONES, bekannt durch die ellenlange Buchreihe DAS LIED VON EIS UND FEUER. Von GEORGE R.R. MARTIN.




Auch diese Geschichte ist auf ihre Art und Weise faszinierend. Beide handeln in einer fiktiven, mittelalterlich anmutenden Welt. Was die Orks in Mittelerde, das sind die weißen Wanderer in Land der vielen Königreiche. Man könnte noch einige Parallelen ziehen, aber das würde beiden Erzählungen nicht gerecht.

Und doch. Es scheint, als wären dem großen Tolkien viele gefolgt. Ob es DAS SPIEL DER THRONE ohne den riesigen Erfolg des Herrn des einen Rings gegeben hätte? Müßige Frage...

DAS LIED VON EIS UND FEUER ist um einiges länger als die drei Hauptromane Tolkiens. doch wie bei diesem gibt es inzwischen "Begleitmaterial" wie Malbücher, Atlanten, Fotobücher, die Geschichte Westeros wie die Geschichte von Mittelerde. 

GoT ist ein ziemliches Stück brutaler, blutiger und vor allem erotischer als der HdR. Aber es eine Serie, die vor allem durch die Wendungen nach fast jeder Folge verblüfft und deren Personenregister um ein vielfaches unübersichtlicher ist. 

Die meisten der Bloggerkollegen und sonstigen Bücherfreunde meinen, ich sollte die Bücher zwingend lesen, doch scheint mir, dass dies eine Jahresaufgabe wäre. Doch dafür ist keine Zeit.

Nein, nein, ein Weilchen noch wird mich dieses Spiel der Throne vom Lesen abhalten, es wird nicht so lange dauern bis DER WINTER NAHT.  Doch wenn er dann da ist, dann werde ich dem großen Tolkien meine Ehrerbietung bezeugen und seinem Sohn Christopher.  

Das Lied von Eis und Feuer / Randomhouse
Der Herr der Ringe /Klett - Cotta


© KaratekaDD





Donnerstag, 27. Juli 2017

Grumberg, Jean-Claude: Ein neues Zuhause für die Kellergeigers - Hörbuch





Kennen Sie die Kellergeigers? Sie sind überall und nirgendwo zu Hause, vor allem nirgendwo. Warum vor allem nirgendwo? Weil sie nirgendwo gemocht werden. Warum? Manche Leute behaupten – vor allem die, die eine runde Nase haben – sie mögen die Kellergeigers nicht, weil sie spitze Nasen hätten. Und die, die spitze Nasen haben, mögen die Kellergeigers nicht, weil sie runde Nasen hätten. Die Kellergeigers sind auch deshalb unbeliebt, weil sie zu groß oder zu klein sind oder zu normalgroß ... Jedenfalls beschließen unsere Kellergeigers auszuwandern. Was nicht einfach ist. Aber diese Geschichte geht gut aus. Warum? Weil einige Geschichten doch auch ein gutes Ende haben müssen!

(Klappentext Argon Verlag)


  • Audio CD: 1 Stunde, 14 Minuten
  • Art: Ungekürzte Lesung mit Musik
  • Verlag: Argon Sauerländer Audio; Auflage: 1 (28. Juli 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Edmund Jacoby
  • Sprecher: Andreas Fröhlich
  • ISBN-10: 3839848636
  • ISBN-13: 978-3839848630
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren













EIN KINDERBUCH VOM ZEITLOSEN LEID DER FLÜCHTLINGE...


Die Familie Kellergeiger möchte nicht bleiben, wo sie ist, denn dort mag man keine Menschen, die zum Völkchen der Kellergeiger gehören. Weil sie zu spitze oder zu runde Nasen haben, zu weiß, zu braun oder zu schwarz sind, weil sie zu viele Kinder haben oder gar keine oder nur ein paar. Also beschließen unsere Kellergeiger das So-gut-wie-Nichts, das sie besitzen, gegen noch weniger als Nichts einzutauschen und fortzugehen. An der Grenze erwartet sie allerdings ein schier unüberwindbarer Zaun - aber mit Musik und Geschick überwinden sie ihn. Doch nun sind sie vom Regen in die Traufe gekommen, denn sie werden mit so dummen Fragen konfrontiert, dass wieder nur Humor sie weiterbringt ...

Ein Hörbuch, das mit feiner Ironie und zartem Humor vom zeitlosen Leid der Flüchtlinge erzählt und überall auf der Welt spielen könnte. Doch diese Geschichte geht gut aus. Warum? Weil einige Geschichten doch auch ein gutes Ende haben müssen!

Dieses Kinderbuch zum Thema Vertreibung, Ausgrenzung und Heimatsuche widmet sich der Problematik auf eine ganz eigene Art und Weise. Es bleibt dabei absolut unverständlich und offen, warum die Kellergeigers eigentlich so unbeliebt sind und warum sie daher ihr Zuhause verlassen müssen. Klar ist nur, dass es wohl keine andere Möglichkeit gibt. Eindrucksvoll aber kindgerecht beschreibt die Geschichte die beschwerliche Flucht sowie die Gefühle der Eltern und der Kinder. Immer wieder taucht beim Hören die Frage auf, weshalb die Familie so ungerecht behandelt wird. Erst als am Ende des Buches die Familie glücklich vereint eine neues Zuhause gefunden hat, wird richtig bewusst, was eine Gesellschaft und gute Gemeinschaft ausmacht: ein gemeinsames Miteinander ohne Vorurteile, Neid oder Repression.

Andreas Fröhlich liest die 74minütige Erzählung unterhaltsam und angemessen. Der Violonist Georgi Kalaidjiev und die Akkordeonspielerin Veronika Todorova begleiten die Reise und betonen durch ihren musikalischen Vortrag zwischen den Abschnitten gekonnt die jeweilige Gefühlslage.

Dieses Kinderbuch (empfohlenes Alter: ab 8 Jahren) schafft Verständnis und Mitgefühl für die Vertriebenen und verdeutlicht, dass Flüchtlinge nicht anders sind als wir selbst, und das jeder Mensch den Wunsch und das Recht auf ein glückliches Leben in Würde und Anerkennung hat.

Für mich ein besonderer Fund!


© Parden
















Der Argon Verlag schreibt über den Autor:

Jean-Claude Grumberg wurde 1939 in Paris geboren. Er gilt als einer der renommiertesten Autoren für Bücher, Theaterstücke und Drehbücher und wurde vielfach ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Prix Molière. Sein Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus zieht sich durch seine Werke wie ein roter Faden. Viele seiner Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.

übernommen vom Argon Verlag
 




Der Argon Verlag schreibt über den Sprecher:

Andreas Fröhlich ist einer der bekanntesten und beliebtesten Sprecher und hat zahlreiche erfolgreiche Hörbücher wie z. B. die Eragon-Trilogie von Christopher Paolini eingelesen.

übernommen vom Argon Verlag


Mittwoch, 26. Juli 2017

Berg, Ellen: Mach mir den Garten, Liebling! (K)ein Landlust-Roman


Zur Hölle mit dem Job! Statt der überfälligen Beförderung bekommt Luisa einen arroganten Fiesling vor die Nase gesetzt. Sie ist frustriert. 14-Stunden-Arbeitstage und Bürointrigen – wofür das alles? Ausgerechnet jetzt muss sie sich um den Schrebergarten ihrer Tante Ruth kümmern. Komposthaufen statt Karriere, geht gar nicht. Doch dann stellt Luisa fest, dass Gärtnern sogar glücklich machen kann. Wenn nur nicht dieser rasend charmante Mann im Nachbargarten wäre, der so gar nicht in ihr Leben passt …

(Klappentext Aufbau Verlag)


  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 3 (16. November 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746631467
  • ISBN-13: 978-3746631462










Ich danke dem Aufbau Verlag ganz herzlich für die Möglichkeit, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen!
http://gestioncultura.cervantes.es/COMUNES/37696_I_aufbau_cervantes_2015.jpg








RUNDUMSANIERUNGEN...




Ein Workaholic ist Luisa, allzeit bereit für Überstunden und Sonderschichten, des Chefs rechte Hand und selbst in ihrer Freizeit noch in Gedanken bei der Firma. Nur geht es dieser ganz und gar nicht gut - seit Jahren schon dümpelt sie am Rande des Bankrotts entlang. Luisa erträgt die viele Arbeit und auch die intriganten Kollegen im Großraumbüro, da sie in Aussicht gestellt bekommen hat, dass sie demnächst die Geschäftsführung übernehmen könnte - und dies mit eigenem Büro. Sie sehnt also die Betriebsfeier herbei, auf der ihr Chef der Belegschaft mitteilen will, dass er ab sofort kürzer treten will und die Firmenleitung in Luisas Hände legt. Doch es kommt  anders...

Robin Konrad wird als neuer Geschäftsführer eingestellt, da der Chef hofft, dass jemand von außen besser in der Lage ist, die Firma von Grund auf zu sanieren. Luisa ist schwer enttäuscht und geradezu entsetzt, als sie erfährt, dass Konrad mit dem Gedanken spielt, sie zu entlassen. Zwar setzt ihr Chef sich für sie ein, doch kann auch er nicht verhindern, dass Luisa ihre bisherigen Befugnisse verliert. Zu ihrer Wut gesellt sich bald schon ein gewaltiges Misstrauen, denn irgendetwas an Robin Konrad und seiner hübschen aber kalten Assistentin kommt ihr ganz und gar nicht koscher vor.

Doch damit der Probleme nicht genug. Luisas Tante hat ihren Besuch angesagt. Seit über einem Jahr wohnt diese schon in Italien, doch nun möchte sie nach Luisa schauen - und vor allem nach ihrem Schrebergarten, an dem sie so sehr hängt. Luisa wird ganz kalt vor Entsetzen, denn bisher hat sie sich den Garten noch kein einziges Mal persönlich angesehen. Der beauftragte Friedhofsgärtner hat seinem Namen alle Ehre gemacht und das einst so üppig blühende Stückchen Land in eine trostlose Einöde verwandelt. Wie um Himmels willen soll Luisa in zwei Wochen den Garten wieder herrichten?! Zu allem Überfluss mischt sich auch noch ein unangenehmer Nachbar ein, der dafür sorgen will, dass Luisa und ihre Tante wegen Verwahrlosung ihrer Parzelle aus der Schrebergartenkolonie ausgewiesen werden. Da ist guter Rat teuer...

Beharrlichkeit und Kampfgeist sind nun gefragt, und Luisa benötigt viel Unterstützung, um sowohl den Garten als auch die Firma zu retten. Ob ihr dies gelingt?

Dieses Buch ist vor allem eines: humorvoll. Schräge, überspitzte Charaktere, witzige Schlagabtausche und ein wenig Spannung lassen einen durch die Seiten hindurchschmunzeln und -kichern. Vorhersehbar? Klar. Klischeebehaftet? Natürlich. Und ein bisschen Liebe darf selbstredend auch nicht fehlen. Aber ab und zu tut solch ein Buch einfach gut. Unkompliziert, Happy End garantiert, und ein Plädoyer für mehr Lebenslust bekommt der Leser noch obendrauf. Mich hat es für ein paar Stunden gut unterhalten, und das war genau das, was ich mir von dem Buch erhofft hatte!

Gerne mehr davon, wenn mir mal wieder danach ist!


© Parden










Ellen BergEllen Berg, geboren 1969, studierte Germanistik und arbeitete als Reiseleiterin und in der Gastronomie. Heute schreibt und lebt sie mit ihrer Tochter auf einem kleinen Bauernhof im Allgäu. Ihre Romane „Du mich auch. (K)ein Rache Roman“, „Das bisschen Kuchen. (K)ein Diät-Roman“, „Den lass ich gleich an. (K)ein Single-Roman“, „Ich koch dich tot. (K)ein Liebes-Roman“, „Gib’s mir, Schatz! (K)ein Fessel-Roman“, „Zur Hölle mit Seniorentellern! (K)ein Rentner-Roman“, „Ich will es doch auch! (K)ein Beziehungs-Roman“, „Alles Tofu, oder was? (K)ein Koch-Roman“ und „Blonder wird’s nicht (K)ein Friseur-Roman“ liegen im Aufbau Taschenbuch vor und sind große Erfolge.

 Quelle Text und Bild

Dienstag, 25. Juli 2017

Wolfschütz, Stefan (Hg.): Mitten ins Gesicht - Haiku aus dem Krieg 1914-1918







Auch wenn die Form nicht allen angestammten Regeln der Haiku-Dichtung folgt, so sind die Gedichtminiaturen aus dem Krieg Anfang der zwanziger Jahre als anerkannte, französische Haiku in den dortigen Literaturzeitschriften erschienen. Ein Phänomen, das vor Augen führt, wieviel es noch aus jenen dunklen Zeiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu entdecken gibt. Erschütternd ist es, dabei zu erkennen, welch kultureller Reichtum in den Orten und in den Köpfen der Menschen gnadenlos zerbombt, vernichtet und begraben wurde.

(Klappentext Amazon.de)


  • Taschenbuch: 132 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (21. Februar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3743134292
  • ISBN-13: 978-3743134294










HAIKU AUS DEM KRIEG 1914-1918...




Eine ungewöhnliche Anthologie ist dieses Büchlein, ein außergewöhnliches Zeitdokument. Mitten im Gefecht des Ersten Weltkrieges haben seinerzeit junge, französische Intellektuelle die ihnen kürzest mögliche Form verwendet, um das Unfassbare, das grauenhafte Geschehen eines menschenverachtenden Krieges zu dokumentieren: die Haiku-Dichtung.


Ein Granattrichter
Hat in seinem Wasser
Den ganzen Himmel aufbewahrt.



Auch wenn die Form nicht allen angestammten Regeln der Haiku-Dichtung folgt, so sind die Gedichtminiaturen aus dem Krieg Anfang der zwanziger Jahre als anerkannte, französiche Haiku in den dortigen Literaturzeitschriften erschienen. Erschütternd ist es, dabei zu erkennen, welch kultureller Reichtum in den Orten und in den Köpfen der Menschen gnadenlos zerbombt, vernichtet und begraben wurde.


Ein Kunstwerk, der Knauf
Dieses stolzen Säbels.
Wie man doch Verbrechen schönfärbt!



Den Ersten Weltkrieg in einem Haiku festhalten zu wollen, liefe auf dasselbe hinaus wie den ganzen Ozean in einen Fingerhut zu gießen. Doch Momentaufnahmen werden auf diese Art festgehalten wie in einem fotografischen Schnappschuss, mitsamt der ihm innewohnenden Emotionen. Und so kann auch diese minimale Form ein gewichtiges Wort mitreden bei der Rekonstruktion des Schreckens.


Ist es ein letzter Gedanke,
Der sich da in seinem Auge regt?
Nein. Es ist die erste Made.



Nach einer heute noch aktuellen Studie aus dem Jahre 1906 ist das Haiku 'ein schichtes Tableau aus drei Pinselstrichen, eine Vignette, eine Skizze, bisweilen nur ein einfaches Berührtsein, ein Eindruck.' Es ist ein Wahrnehmungskonzentrat, das Empfindungen hervorrufen soll. Und weil 'der Ausdruck auf das äußerste Minimum reduziert erscheint, ist es unmöglich, ein gutes Haiku zu verfassen, wenn man nicht zuvor ein starkes Gefühl oder eine aufrichtige Gemütsbewegung erlebt hat.' Das (oder der) Haiku gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt, mit 17 Silben oder weniger.


In den Wirbeln
Des schlecht vergrabenen Pferdes
Macht mein Fuß: Flosch...



Sehr erstaunt war ich über den Fund dieses Büchleins, denn mir war nicht bekannt, dass während des Ersten Weltkrieges so viele Haikus geschrieben wurden. Doch einige französische Intellektuelle, die dem Grauen des Krieges nicht entkommen konnten, haben zu vielen Szenen die kleinen Gedichte geschrieben, um den Schrecken des Momentes nicht zu vergessen - und Stefan Wolfschütz hat sie gesammelt.


Ring nicht so nach Luft!
Die Kugel hat dich mit Blut besudelt,
Doch nur deine Schläfe gestreift.



Es sind nicht immer die typischen Haiku, auf die man hier trifft, und nicht jedes Gedicht konnte mich erreichen. Doch die zahlreich gesetzten Lesezeichen beweisen, dass mich einige Miniaturen doch angesprochen haben und dass ich die Sammlung letztlich als einzigartig emfpunden habe.


Mit dem Tod im Herzen,
Dem Grauen in den Augen
Sind sie aus dem Graben gestürmt.



Die Fotografie war damals noch nicht so weit entwickelt - und so stellt das Haiku womöglich die unverfälschteste Form dar, die Grauen des Ersten Weltkrieges zu präsentieren. Man erahnt die schrecklichen Bilder, die sich den Soldaten lebenslang eingebrannt haben.


Mit einem Loch in der Stirn, in Zeltplane eingerollt,
So trägt ihn ein Kamerad auf der Schulter weg:
Trauriges Schlachtopfer ... auf das eine Mutter wartet.



Krieg und Poesie - geht das überhaupt? Ja, das geht, wie diese Anthologie beweist. Auch wenn mich nicht jedes Gedicht ansprechen konnte und mir gelegentlich nicht klar war, was manche der präsentierten Gedichte noch mit einem Haiku zu tun haben sollten, finde ich es lohnenswert, solcherlei Schätze zu sammeln und sich davon berühren zu lassen.


© Parden











Bei Wikipedia ist über den Herausgeber zu lesen:

Stefan Wolfschütz (* 13. Januar 1953 in Kassel) ist ein deutscher Autor und Theologe. Stefan Wolfschütz studierte zunächst von 1971 bis 1976 Volkswirtschaft in Karlsruhe und Kiel, mit Abschluss 1976 zum Diplom-Volkswirt. 1977–1982 folgte ein Studium der Theologie in Kiel, seit 2002 ist er Pastor im Ruhestand. Wolfschütz ist Textautor vieler Neuer geistlicher Lieder. Er ist Mitglied der Textautoren- und Komponistengruppe TAKT. Er ist darüber Herausgeber von Haiku-Literatur.

übernommen von Wikipedia

Montag, 24. Juli 2017

Erdmann, Nadine: CyberWorld 4.0 - The Secrets Of Yonderwood


Yonderwood – der erste Erlebnispark, der ein LiveAction-Rollenspiel mit Cyberabenteuern verbindet. Klar, dass Jemma, Charlie und die Jungs sich diesen Spaß nicht entgehen lassen, als Will und Ned die Einladung bekommen, gemeinsam mit anderen Spielern die Geheimnisse von Yonderwood zu ergründen. Was ist in dem einsamen Dorf geschehen, dass immer mehr Dorfbewohner die Flucht ergreifen? Warum herrscht über die Vergangenheit eisiges Schweigen? Und was geht in den finsteren Wäldern rund um das Dorf um und verbreitet Angst und Schrecken?
Während die sechs auf Spurensuche gehen und versuchen, den verbliebenen Dorfbewohnern zu helfen, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Cyberwelt. Doch der Spielspaß wendet sich jäh, als plötzlich ein alter Bekannter mit neuen Freunden auftaucht – und sie alle haben noch eine Rechnung mit den sechs offen …


(Klappentext Amazon.de)

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2202 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 369 Seiten
  • Verlag: Greenlight Press; Auflage: 1 (20. April 2017)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B06Y24S9HS
  • Reihe: CyberWorld, Bd. 4







Ich danke der Autorin Nadine Erdmann ganz herzlich für die Möglichkeit, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen! 







ZWISCHEN REALITÄT UND CYBERWELT...



Was hat Nadine Erdmann sich da wieder ausgedacht? Dass es ihr an Phantasie nicht mangelt, hat sie ja bereits in den vorherigen drei Bänden hinlänglich bewiesen, aber das hier war wieder ganz großes Kino.

Wills und Neds Vater erschafft ja ebenfalls virtuelle Welten, doch 'Yonderwood' ist von der Konkurrenz erdacht. Dennoch sind die beiden Brüder hocherfreut, als ihnen angeboten wird, das Spiel als Betatester gemeinsam mit ihren Freunden auszuprobieren. Und so begeben sie sich aufgeregt für drei Tage auf das Spielgelände, das sich unter einer riesigen weißen Kuppel befindet. Zu ihrem Erstaunen betreten sie nicht nur in der Cyberwelt die künstliche, düstere Szenerie eines halbverfallenen Dorfes, sondern sie leben während ihres gesamten Aufenthalts darin. Hier wird ein Live-Action-Rollenspiel geschickt mit Cyberarbenteuern verknüpft, und der ständige Wechsel zwischen beiden Ebenen bietet dabei einen ganz besonderen Reiz, da die Grenzen zu verschwimmen scheinen.

Doch während Jemma, Jamie, Charlie, Zack, Will und Ned die durchaus anspruchsvollen Aufgaben genießen und sich ihr Teamgeist dabei noch weiter festigt, kommen allmählich einige Misstöne hinzu. Russell, der seiner Meinung nach mit Jamie und Zack noch ein Hühnchen zu rupfen hat, taucht plötzlich auf - und mit ihm einige Kumpel, die versuchen, den sechs Freunden den Aufenthalt zu vermiesen. Doch auch wenn die Störenfriede kaum Grenzen zu kennen scheinen, wollen sich Jamie und die anderen davon nicht abschrecken lassen - an ein vorzeitiges Aufgeben ist nicht zu denken! Aber können sie sich wirklich vorstellen, wie weit Russell und seine Bande gehen werden?

Was für eine Mischung mal wieder! Das Ergründen von Geheimnissen, das Eintauchen in eine virtuelle, nahezu lebensechte Spielwelt und aufregende Abenteuer auf der einen Seite - Freundschaft und Liebe, Intrigen und Hass, Gemeinheiten des Lebens und schwierige Entscheidungen auf der anderen Seite. Dabei fliegen die Seiten dank des überaus flüssigen Schreibstils wieder einmal nur so vorbei, und zusätzlich bedient Nadine Erdmann hier überaus gekonnt die gesamte Klaviatur der Emotionen. Neugierde, Spannung, Spaß, Ärger, Wut und Berührtsein geben sich hier beim Lesen die Klinke in die Hand - und das stets in einem adäquaten Maß, also in keiner Weise übertrieben. An einer Stelle allerdings war ich nahezu fassungslos und wollte schon nicht weiterlesen - doch letztlich war ich einfach zu neugierig und musste einfach herausfinden, wie es weitergeht. Mehr kann ich nicht sagen ohne zu spoilern, aber an der Stelle hätte ich die Autorin gerne verhauen.

Im Mittelteil gestaltete sich die Szenerie in der Cyberworld stellenweise für meinen Geschmack etwas langatmig, da hier mit kleinen Änderungen mehrfach dieselben Abläufe durchgezogen wurden. Doch abgesehen davon habe ich tatsächlich keinen Kritikpunkt - außer dass das Buch schon wieder ausgelesen ist und wir auf den Folgeband noch warten müssen. Aber immerhin gibt es noch Folgebände - denn ursprünglich waren nur vier Teile geplant, und dann wäre hier endgültig Schluss gewesen. Nun sollen es insgesamt sieben Bände werden, und das beruhigt das Herz des Fans doch ungemein.

Denn als Fan würde ich mich schon bezeichnen, da mich alle bisherigen Folgen in ihren Bann ziehen konnten und ich die Charaktere inzwischen richtig ins Herz geschlossen habe. Also warte ich geduldig und hoffe, dass ich bald mit dem fünften Band beginnen kann. Ich freue mich jedenfalls darauf!




© Parden







Im Laufe der Zeit haben die Bücher der Reihe mehrfach ihr Gewand sowie den Titel gewechselt, was den Überblick womöglich etwas erschwert. Im Blog gibt es aber Rezensionen zu allen drei vorherigen Bänden (in der damaligen Version), auf die ich an dieser Stelle gerne verweisen möchte:




  1. CyberWorld 1.0: Mind Ripper

  2. CyberWorld 2.0: House of Nightmares

  3. CyberWorld 3.0: Evil Intentions













Nadine Erdmann studierte Germanistik und Anglistik, verbrachte einen Teil ihres Studiums in London und arbeitete als German Language Teacher in einer kleinen Privatschule in Dublin. In Deutschland unterrichtete sie Deutsch und Englisch an einem Gymnasium und einer Gesamtschule in NRW.
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