Sonntag, 29. Oktober 2017

Nesbø, Jo: Schneemann

Seit September bereits steht ein neues Buch im Regal. Dies ist Jo Nesbø und seine Hauptfigur, der bekannte Harry Hole. Im Jahr 1999 betrat Harry Hole erstmals die Literaturbühne, seither entstanden elf Romane um den trinkenden, eigenwilligen Kriminalkommissar.
Natürlich nichts Ungewöhnliches.

Der siebente Roman der Reihe ist 'Schneemann'. Der Spiegel schrieb im Jahr 2008 was vom „vielleicht besten Krimi des Jahres“ und im Jahr 2010, zur Buchgesichterzeit, begeisterte der Osloer Typ erstmals auch uns.

Der Schneemann ist ein Serienmörder, der es auf junge Mütter abgesehen hat, deren Ehen nicht ganz so laufen, wie sie laufen sollten. Sein Zeichen ist ein Schneemann, den er am Tatort zurücklässt, die Morde geschehen immer im Winter. Die neue Kollegin von Harry ist Katrine Bratt. Die Kinder der Mütter haben eine seltene Erbkrankheit – ist der Mörder vielleicht Arzt? Je tiefer die beiden Ermittler in die Geschichte eindringen desto mehr tritt der Mörder aus dem Schatten. Sowohl Katrine wie auch Harry stehen in Beziehung zum Schneemann. Und obwohl Harry mit seiner geliebten Rakel und deren Sohn Oleg nicht zusammenlebt, geraten auch diese in den Fokus des Mörders.

Bis zuletzt tappt der Leser im Dunkeln und rätselt hin und her, wer denn nun der Schneemann sein könnte. Spannend, aufreibend, brutal und blutig: Warum nur immer lesen wir solches Zeug?

Nun gab es den Schneemann im Kino. Beim Durchblättern des Buches wird deutlich, die Grundstory blieb natürlich enthalten, das Buch ist mal wieder viel dichter und enthält auch einige Handlungsstränge mehr. Die Rolle des korrupten Bullen in Bergen ist im Film etwas verworren und außerdem spielt plötzlich ein Industrieller, der sich um die Bewerbung Oslos für die Olympischen Winterspiele bemüht, eine Rolle. Etwas moderner ist die Polizei auch geworden, die Ermittler benutzen ein etwas sperriges Tablet für alle Arten von „Ermittlungsnotizen“, etwas, wovon wir hier noch weit entfernt zu sein scheinen. Nicht alles ist schlüssig, das Tablet führt außerdem zu einem weiteren brutalen Gewaltakt, da der noch unbekannte Täter den Zugang zu diesem braucht.




Abb 1: M. Fassbender
Abb 2: C. Gainsbourgh
Harry Hole Fans gehen bestimmt sofort ins Kino, jedoch könnten sie dieses enttäuscht wieder verlassen. Zumindest dann, wenn man vom Film die exakte Romanwiederabe verlangt, was sowieso meist nicht eintrifft. Ansonsten findet man "seinen" Harry durchaus wieder. Selbst hatte auch ich mir etwas mehr versprochen. Die Filmkritik ist vernichtend, eine Reihe hochkarätiger Schauspieler reißt die Mittelmäßigkeit des Thrillers nicht raus. Trotzdem könnte man sich Michael Fassbender (Harry Hole) und Charlotte Gainsbourgh (Rakel) als erneutes Filmpaar vorstellen, mit einem anderen Regisseur, der nicht (nach eigenen Angaben) versucht, dem Film norwegische Attribute wie Geschäftsnamen oder die Beschriftung auf Polizeiautos zu entziehen um den Film mehr „Internationalität“ zu verleihen (wikipedia). Ansonsten ist der Thriller „skandinavisch ruhig“, was der beabsichtigten Spannung nichts nimmt.







Gespannt dürfen wir sein, denn die Filmrechte für Der Sohn und die neue Reihe Blood on the Snow sind bereits verkauft.


Die Harry Hole Reihe (siehe wikipedia):

1997: Der Fledermausmann (norw.:Flaggermusmannen)
1998: Kakerlaken (norw.: Kakerlakkene)
2000: Rotkehlchen (notw.: Rødstrupe)
2002: Die Fährte )norw.: Sorgenfri)
2003: Das fünfte Zeichen (norw.: Marekors)
2005: Der Erlöser  (norw.: Frelseren)
2007: Schneemann (norw.: Snømannen)
2009: Leopard (norw.: Panserhjerte)
2011: Die Larve (norw.: Gjenferd)
2017: Durst (norw.: Tørst)

Jo Nesbø auf Litterae-Artesque:

Der Fledermausmann (AP)
Leopard (UR)
Die Larve (UR)
Koma (AP) Notiz (UR)
Der Sohn (AP) Notiz (UR)
Blood on Snow - Der Auftrag (UR)

Jo Nesbø in der wikipedia
DNB / Ullstein / Berlin 2009 / ISBN: 978-3-548-28123-0 / 499 S.

© KaratekaDD

Bilder:

  • Abb 1: wikipedia CC-BY-SA 4.0 File:Michael Fassbender by Gage Skidmore 2015.jpg Erstellt: 11. Juli 2015
  • Abb 2: wikipedia CC BY 2.0 File:Charlotte Gainsbourg (2010) 2.jpg Erstellt: 6. April 2011

1 Kommentar:

  1. Ich glaube, dann reicht es mir, wenn ich den Film bei Gelegenheit demnächst im TV schaue...

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